Pulled Chicken aus dem Airfryer: Zarter als vom Foodtruck – der Cola-Trick

Pulled Chicken aus dem Airfryer: Zarter als vom Foodtruck – der Cola-Trick

In den letzten Jahren hat sich der Airfryer als unverzichtbares Küchengerät etabliert. Was zunächst als Trend begann, entwickelte sich zur Revolution in der modernen Küche. Besonders beeindruckend: die Zubereitung von pulled chicken, das normalerweise stundenlang im Smoker oder Slow Cooker schmoren muss. Der Clou dieser Methode liegt in einem ungewöhnlichen Trick, den Profis seit Jahren nutzen – Cola. Die Limonade macht das Fleisch nicht nur unglaublich zart, sondern verleiht ihm auch eine dezente Süße und eine appetitliche Karamellisierung. Das Ergebnis übertrifft manchen Foodtruck und gelingt garantiert in der eigenen Küche.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Die Gewürzmischung vorbereiten

Beginnt damit, alle trockenen Gewürze in einer kleinen Schüssel zu vermischen. Das geräucherte Paprikapulver, auch smoked paprika genannt, bildet die Basis für den rauchigen Geschmack, der sonst nur vom Grill kommt. Fügt Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, beide Paprikasorten, Kreuzkümmel, Chilipulver, Salz, Pfeffer und braunen Zucker hinzu. Verrührt alles gründlich, damit sich die Aromen gleichmäßig verteilen. Diese Gewürzmischung wird als dry rub bezeichnet – eine trockene Gewürzpaste, die dem Fleisch intensive Aromen verleiht.

2. Das Hähnchenfleisch würzen

Legt die Hähnchenbrustfilets auf ein sauberes Schneidebrett. Tupft sie mit Küchenpapier trocken, denn Feuchtigkeit verhindert, dass die Gewürze gut haften. Reibt nun die vorbereitete Gewürzmischung großzügig auf allen Seiten der Filets ein. Massiert die Gewürze regelrecht ins Fleisch, damit sie tief eindringen können. Lasst das gewürzte Fleisch etwa 10 Minuten ruhen. In dieser Zeit öffnen sich die Fleischfasern und nehmen die Aromen besser auf.

3. Den Airfryer vorbereiten

Heizt den Airfryer auf 160 Grad vor. Diese vergleichsweise niedrige Temperatur ist wichtig, denn das Hähnchen soll langsam garen und nicht zu schnell austrocknen. Während der Airfryer vorheizt, bereitet ihr die Cola-Marinade vor. Gießt die Cola in eine kleine Schüssel und fügt 50 ml der BBQ-Sauce hinzu. Verrührt beides gut miteinander. Die Kohlensäure und die Säure der Cola wirken als natürlicher Fleischzartmacher – sie brechen die Proteinstrukturen auf und machen das Fleisch butterweich.

4. Das Hähnchen im Airfryer garen

Legt die gewürzten Hähnchenbrustfilets in den vorgeheizten Airfryer. Achtet darauf, dass sie sich nicht überlappen, damit die heiße Luft überall zirkulieren kann. Gießt nun vorsichtig die Cola-BBQ-Mischung über das Fleisch. Schließt den Airfryer und lasst das Hähnchen 30 Minuten garen. Nach 15 Minuten öffnet ihr den Airfryer kurz und wendet die Filets mit einer Zange. Gießt dabei die Flüssigkeit aus dem Boden über das Fleisch, damit es nicht austrocknet.

5.

Nach den ersten 30 Minuten erhöht ihr die Temperatur auf 180 Grad. Dieser Temperaturwechsel ist entscheidend für die perfekte Konsistenz. Das Fleisch ist nun bereits zart gegart, bekommt jetzt aber eine schöne Kruste. Lasst es weitere 20 Minuten garen. Prüft zwischendurch mit einem Fleischthermometer die Kerntemperatur – sie sollte mindestens 75 Grad erreichen. Bestreicht das Fleisch alle 10 Minuten mit der restlichen BBQ-Sauce, damit sich eine glänzende, klebrige Glasur bildet.

6.

Nehmt die Hähnchenfilets aus dem Airfryer und legt sie auf ein großes Schneidebrett. Lasst das Fleisch etwa 5 Minuten ruhen. Jetzt kommt der befriedigendste Schritt: Nehmt zwei Gabeln und zieht das Fleisch in Fasern auseinander. Es sollte sich mühelos zerteilen lassen, fast wie von selbst. Wenn das Fleisch noch zu fest ist, war die Garzeit zu kurz. In diesem Fall gebt ihr es für weitere 10 Minuten zurück in den Airfryer. Das gezupfte Fleisch nennt man pulled chicken – gezupftes Hähnchen.

7.

Gebt das gezupfte Hähnchenfleisch in eine große Schüssel. Fügt die restliche BBQ-Sauce hinzu und vermischt alles gründlich. Wenn noch Flüssigkeit im Airfryer-Korb ist, gießt auch diese über das Fleisch – sie enthält konzentrierte Aromen und Feuchtigkeit. Schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Wer es würziger mag, kann noch etwas Chilipulver oder Cayennepfeffer hinzufügen. Das pulled chicken ist nun servierfertig.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Der Cola-Trick funktioniert auch mit anderen Fleischsorten wie Schweineschulter oder Rinderbrust. Wichtig ist, dass ihr keine Light-Cola verwendet, denn der Zucker ist essenziell für die Karamellisierung und Zartheit. Wenn das Fleisch zu trocken wird, legt einfach eine kleine ofenfeste Schale mit Wasser in den Airfryer – die entstehende Feuchtigkeit verhindert das Austrocknen. Für noch intensiveren Geschmack könnt ihr das Fleisch über Nacht in der Gewürzmischung marinieren. Das pulled chicken lässt sich hervorragend vorbereiten und hält sich im Kühlschrank bis zu 4 Tage. Zum Aufwärmen einfach mit etwas BBQ-Sauce in der Pfanne oder Mikrowelle erwärmen.

Die perfekte Getränkebegleitung

Zu diesem würzig-süßen pulled chicken passt am besten ein gekühltes Craft Beer, vorzugsweise ein Pale Ale oder IPA. Die Hopfenbittere balanciert die Süße der BBQ-Sauce perfekt aus. Wer Wein bevorzugt, greift zu einem fruchtigen Zinfandel oder einem kräftigen Shiraz. Auch ein Riesling mit seiner fruchtigen Säure harmoniert überraschend gut mit den rauchigen Aromen. Für alkoholfreie Alternativen empfiehlt sich eine hausgemachte Limonade oder ein Eistee mit Pfirsich, der die südstaatliche Atmosphäre des Gerichts unterstreicht.

Zusätzliche Info

Das pulled chicken hat seine Wurzeln in der amerikanischen Südstaatenküche, genauer gesagt in North Carolina und Tennessee. Traditionell wird dort jedoch pulled pork zubereitet – Schweinefleisch, das stundenlang über Hickoryholz geräuchert wird. Die Hähnchenvariante entwickelte sich als leichtere Alternative und gewann besonders in den letzten Jahren an Popularität. Der Cola-Trick ist ein wohlgehütetes Geheimnis vieler Barbecue-Meister. Die Phosphorsäure in der Cola wirkt als natürlicher Fleischzartmacher, während der Zucker für eine appetitliche Karamellisierung sorgt. Foodtrucks haben dieses Gericht weltweit bekannt gemacht und servieren es klassisch in Brioche-Buns mit Coleslaw. Die Zubereitung im Airfryer ist eine moderne Interpretation, die Zeit spart, ohne Kompromisse beim Geschmack einzugehen.

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