Der käsekuchen ohne boden erobert die deutschen küchen im sturm und verspricht mit nur 5 minuten vorbereitungszeit ein cremiges geschmackserlebnis. Diese variante verzichtet auf den klassischen mürbeteig und setzt stattdessen auf eine geheimzutat, die das backen revolutioniert: grieß. Der grieß sorgt für die perfekte konsistenz und bindet die masse, während der kuchen im ofen seine charakteristische goldene kruste entwickelt. Besonders praktisch erweist sich diese methode für spontane kaffeerunden oder wenn die zeit knapp ist. Die cremige textur entsteht durch das zusammenspiel von quark, eiern und einem hauch vanille, während der grieß die struktur gibt, die sonst der boden übernehmen würde. Diese technik stammt ursprünglich aus der deutschen hausmannskost und wurde von generation zu generation weitergegeben. Heute erlebt sie eine renaissance, weil sie perfekt in unsere schnelllebige zeit passt.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1.
Den backofen auf 180 grad ober- und unterhitze vorheizen. Diese temperatur ist entscheidend für die gleichmäßige garung des käsekuchens. Während der ofen aufheizt, die springform gründlich mit butter einfetten und leicht mit grieß ausstreuen. Das verhindert das ankleben und sorgt für eine schöne kruste am rand.
2.
Die butter in einem kleinen topf bei niedriger hitze schmelzen lassen und anschließend auf zimmertemperatur abkühlen lassen. Die geschmolzene butter darf nicht heiß sein, sonst gerinnen später die eier in der masse. Dieser schritt dauert etwa 2 minuten und kann parallel zur vorbereitung der anderen zutaten erfolgen.
3.
Den quark in eine große schüssel geben und mit dem zucker sowie dem vanillezucker vermischen. Mit einem handmixer ein elektrisches küchengerät zum schlagen und rühren von teigen auf mittlerer stufe etwa 1 minute lang verrühren, bis eine homogene masse entsteht. Die konsistenz sollte cremig und glatt sein, ohne klumpen.
4.
Die eier einzeln nacheinander zur quarkmasse hinzufügen und nach jedem ei gründlich unterrühren. Diese methode sorgt dafür, dass sich die eier optimal mit der masse verbinden. Jedes ei benötigt etwa 20 sekunden rührzeit, bevor das nächste hinzugefügt wird. Die masse wird dadurch luftiger und erhält ihre charakteristische hellgelbe farbe.
5.
Den grieß zusammen mit dem backpulver und der prise salz in die masse einrühren. Der grieß ist die geheimzutat, die den boden ersetzt und dem kuchen struktur verleiht. Während des backens quillt der grieß auf und bindet die flüssigkeit. Die zitronenschale hinzufügen, sie verleiht dem kuchen eine frische note und hebt den geschmack des quarks hervor.
6.
Die abgekühlte geschmolzene butter vorsichtig unter die masse heben. Dabei mit einem teigschaber ein flexibles küchengerät zum sanften vermischen von unten nach oben arbeiten, um möglichst viel luft in der masse zu behalten. Diese technik nennt man unterheben und unterscheidet sich vom rühren durch die sanftere bewegung.
7.
Die fertige masse in die vorbereitete springform gießen und mit dem teigschaber glattstreichen. Die oberfläche sollte möglichst eben sein, damit der kuchen gleichmäßig bräunt. Eventuelle luftblasen durch leichtes klopfen der form auf die arbeitsplatte entfernen.
8.
Die form auf der mittleren schiene in den vorgeheizten ofen schieben und 55 minuten backen. In den ersten 40 minuten die ofentür nicht öffnen, sonst fällt der kuchen zusammen. Nach 50 minuten die garprobe machen: ein holzstäbchen in die mitte stechen, es sollte fast trocken herauskommen. Eine leichte feuchtigkeit ist normal und erwünscht für die cremige konsistenz.
9.
Nach der backzeit den ofen ausschalten und die ofentür einen spalt breit öffnen. Den käsekuchen weitere 10 minuten im ofen ruhen lassen. Dieser schritt verhindert, dass die oberfläche durch den plötzlichen temperaturunterschied reißt. Anschließend den kuchen vollständig auf einem kuchengitter auskühlen lassen, was etwa 2 stunden dauert.
Tipp vom Chefkoch
Für eine besonders cremige konsistenz den quark am vortag in ein sauberes küchentuch geben und über nacht im kühlschrank abtropfen lassen. Dadurch wird überschüssige flüssigkeit entfernt und der käsekuchen wird noch fester. Wer es fruchtiger mag, kann 100 g gefrorene beeren direkt vor dem backen auf die masse streuen. Die gefrorenen früchte sinken während des backens leicht ein und erzeugen schöne farbakzente. Eine alternative zur zitronenschale ist orangenschale, die dem kuchen eine mediterrane note verleiht. Für schokoladenliebhaber lassen sich 2 esslöffel kakao in den grieß mischen. Der käsekuchen schmeckt am besten, wenn er über nacht im kühlschrank durchziehen konnte, dann entfaltet sich das aroma optimal.
Die perfekte begleitung zum käsekuchen
Zum cremigen käsekuchen ohne boden passt hervorragend ein frisch aufgebrühter kaffee, dessen leichte bitterkeit die süße des kuchens ausgleicht. Ein cappuccino mit seiner samtigen milchschaumkrone harmoniert besonders gut mit der cremigen textur des quarks. Für teeliebhaber empfiehlt sich ein earl grey mit seiner zitrusnote, die die zitronenschale im kuchen unterstreicht. An warmen nachmittagen bietet sich ein eisgekühlter eistee mit zitrone an, der erfrischend wirkt und nicht zu schwer im magen liegt. Kinder freuen sich über einen kakao oder eine vanillemilch, die geschmacklich perfekt zum käsekuchen passen. Für besondere anlässe kann auch ein glas prosecco serviert werden, dessen perlende säure einen interessanten kontrast zur cremigkeit bildet.
Zusätzliche Info
Der käsekuchen ohne boden hat seine wurzeln in der deutschen backkultur und wurde besonders in zeiten populär, als mehl knapp war. Die nachkriegszeit brachte viele kreative backlösungen hervor, und der verzicht auf den boden war eine davon. In ostdeutschland etablierte sich diese variante besonders stark, da quark reichlich verfügbar und günstig war. Der grieß als bindemittel stammt aus der tradition der grießflammeri und anderer süßspeisen. Heute erlebt diese methode eine renaissance, weil sie glutenarm ist, wenn man glutenfreien grieß verwendet. Ernährungswissenschaftlich punktet der käsekuchen ohne boden mit einem höheren proteingehalt durch den quark und weniger kohlenhydraten durch den fehlenden mürbeteig. In der konditorei wird diese technik auch als käsekuchenmasse direkt bezeichnet. Regional gibt es variationen mit schmand statt quark oder mit zusätzlichen eiern für eine festere konsistenz. Die jüdische küche kennt ähnliche rezepte unter dem namen käsekuchen nach jüdischer art.



