Rezept: Rosenkohl-Tarte mit Chorizo und frischem Feldsalat

Rezept: Rosenkohl-Tarte mit Chorizo und frischem Feldsalat

Der Winter bringt nicht nur frostige Temperaturen, sondern auch eine Fülle an saisonalem Gemüse, das unsere Küchen mit kräftigen Aromen bereichert. Rosenkohl, oft unterschätzt und manchmal sogar gemieden, erlebt in dieser herzhaften Tarte eine wahre Renaissance. In Kombination mit der würzigen Chorizo und frischem Feldsalat entsteht ein Gericht, das sowohl optisch als auch geschmacklich überzeugt. Diese Tarte vereint knusprigen Mürbeteig mit karamellisierten Rosenkohlröschen und der pikanten Note spanischer Wurst – ein perfektes Beispiel dafür, wie traditionelle Zutaten modern interpretiert werden können. Ob als Hauptgericht für ein gemütliches Abendessen oder als beeindruckender Beitrag zum Brunch, diese Kreation wird selbst Rosenkohl-Skeptiker überzeugen. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Zeit, doch das Ergebnis rechtfertigt jeden Handgriff. Lassen Sie uns gemeinsam in die Welt dieser herzhaften Tarte eintauchen und entdecken, wie einfach es ist, ein Restaurant-würdiges Gericht zu Hause zu zaubern.

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45

moyen

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Tarteform

Beginnen Sie damit, Ihre Tarteform vorzubereiten. Eine Tarteform mit einem Durchmesser von etwa 26 bis 28 Zentimetern eignet sich perfekt für dieses Rezept. Fetten Sie die Form leicht mit etwas Butter ein oder legen Sie sie mit Backpapier aus. Dies verhindert, dass der Teig später am Boden kleben bleibt. Der Mürbeteig sollte aus dem Kühlschrank genommen und etwa zehn Minuten bei Raumtemperatur ruhen, damit er geschmeidiger wird und sich leichter ausrollen lässt. Ausrollen bedeutet, den Teig mit einem Nudelholz flach und gleichmäßig zu walzen. Rollen Sie den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche aus, bis er etwa drei Millimeter dick ist. Legen Sie ihn vorsichtig in die Form und drücken Sie ihn sanft an den Rändern fest. Schneiden Sie überstehende Teigränder mit einem scharfen Messer ab. Stechen Sie den Boden mehrmals mit einer Gabel ein – dies verhindert, dass sich der Teig beim Backen aufbläht.

2.

Heizen Sie Ihren Backofen auf 180 Grad Celsius vor. Das Blindbacken ist ein wichtiger Schritt, um einen knusprigen Boden zu erhalten. Blindbacken bedeutet, den Teig ohne Füllung vorzubacken. Legen Sie ein Stück Backpapier auf den Teigboden und beschweren Sie es mit getrockneten Hülsenfrüchten oder speziellen Backbohnen. Diese Beschwerung sorgt dafür, dass der Teig seine Form behält und nicht aufquillt. Backen Sie den Teig für etwa 15 Minuten. Entfernen Sie dann vorsichtig das Backpapier mit den Hülsenfrüchten und backen Sie den Teig weitere fünf Minuten, bis er leicht goldbraun ist. Nehmen Sie die Form aus dem Ofen und lassen Sie den Teigboden etwas abkühlen, während Sie die Füllung vorbereiten.

3.

Waschen Sie den Rosenkohl gründlich unter fließendem Wasser. Entfernen Sie welke oder beschädigte äußere Blätter. Schneiden Sie den Strunk an der Unterseite jedes Röschens knapp ab, aber nicht zu viel, damit die Blätter zusammenhalten. Halbieren Sie die Rosenkohlröschen der Länge nach. Dieser Schnitt sorgt dafür, dass sie gleichmäßig garen und eine schöne karamellisierte Oberfläche entwickeln. Bringen Sie einen großen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen. Blanchieren Sie den Rosenkohl für etwa drei bis vier Minuten. Blanchieren bedeutet, Gemüse kurz in kochendem Wasser zu garen und dann abzuschrecken. Gießen Sie den Rosenkohl in ein Sieb ab und schrecken Sie ihn sofort mit kaltem Wasser ab. Dies stoppt den Garvorgang und erhält die leuchtend grüne Farbe. Lassen Sie die Röschen gut abtropfen.

4.

Schneiden Sie die Chorizo in dünne Scheiben oder kleine Würfel, je nach Ihrer Vorliebe. Erhitzen Sie eine Pfanne bei mittlerer Hitze – Sie benötigen kein zusätzliches Öl, da die Chorizo bereits viel Fett enthält. Braten Sie die Wurst für etwa fünf bis sechs Minuten an, bis sie knusprig wird und ihr charakteristisches Öl freisetzt. Dieses Öl ist reich an Paprika und verleiht der gesamten Tarte eine wunderbare Farbe und Geschmack. Nehmen Sie die Chorizo-Stücke mit einem Schaumlöffel aus der Pfanne und legen Sie sie auf Küchenpapier, um überschüssiges Fett abzutupfen. Bewahren Sie etwa zwei Esslöffel des aromatischen Chorizo-Öls in der Pfanne auf.

5.

Verwenden Sie dieselbe Pfanne mit dem verbliebenen Chorizo-Öl. Fügen Sie bei Bedarf noch einen Esslöffel Olivenöl hinzu. Erhöhen Sie die Hitze auf mittlere bis hohe Stufe. Geben Sie die blanchierten Rosenkohlhälften mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne. Lassen Sie sie für etwa vier bis fünf Minuten ungestört braten, bis sie eine goldbraune, leicht karamellisierte Oberfläche entwickeln. Wenden Sie sie dann und braten Sie die andere Seite für weitere zwei bis drei Minuten. Pressen Sie den Knoblauch durch eine Knoblauchpresse oder hacken Sie ihn sehr fein und geben Sie ihn in den letzten zwei Minuten dazu. Würzen Sie mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer. Nehmen Sie die Pfanne vom Herd und lassen Sie den Rosenkohl etwas abkühlen.

6.

In einer mittelgroßen Rührschüssel verquirlen Sie die drei Eier mit der Sahne. Verwenden Sie einen Schneebesen, um eine homogene Mischung zu erhalten. Reiben Sie etwa eine Viertel Muskatnuss direkt in die Schüssel – diese warme Würze harmoniert perfekt mit dem Rosenkohl. Fügen Sie eine großzügige Prise Salz und frisch gemahlenen Pfeffer hinzu. Rühren Sie die Hälfte des geriebenen Käses unter die Eiermischung. Diese Eier-Sahne-Mischung wird später die Bindung für Ihre Tarte bilden und sorgt für eine cremige, custard-artige Konsistenz. Custard ist eine cremige Mischung aus Eiern und Milchprodukten. Stellen Sie die Schüssel beiseite, während Sie die Tarte zusammenbauen.

7.

Verteilen Sie die Chorizo-Stücke gleichmäßig auf dem vorgebackenen Teigboden. Arrangieren Sie dann die karamellisierten Rosenkohlhälften darüber. Achten Sie darauf, sie mit der schönen gebräunten Seite nach oben zu legen, damit die Tarte später appetitlich aussieht. Sie können die Röschen in einem hübschen Muster anordnen, beispielsweise in konzentrischen Kreisen von außen nach innen. Gießen Sie die Eier-Sahne-Mischung vorsichtig über die Füllung. Verteilen Sie sie gleichmäßig, sodass alle Zutaten bedeckt sind, aber achten Sie darauf, dass die Flüssigkeit nicht über den Rand läuft. Streuen Sie den restlichen geriebenen Käse über die Oberfläche. Stellen Sie die Tarteform auf ein Backblech und schieben Sie sie in den vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Celsius. Backen Sie die Tarte für 30 bis 35 Minuten, bis die Eiermischung gestockt ist und die Oberfläche goldbraun wird. Die Tarte sollte in der Mitte nur noch leicht wackeln, wenn Sie die Form vorsichtig bewegen.

8.

Während die Tarte im Ofen backt, bereiten Sie den Feldsalat vor. Waschen Sie ihn gründlich in einer Schüssel mit kaltem Wasser, da sich oft Erde zwischen den zarten Blättchen versteckt. Wechseln Sie das Wasser zwei- bis dreimal, bis es klar bleibt. Lassen Sie den Salat in einem Sieb abtropfen oder schleudern Sie ihn in einer Salatschleuder trocken. Für das Dressing vermengen Sie in einer kleinen Schüssel zwei Esslöffel Balsamico-Essig mit drei Esslöffel Olivenöl. Fügen Sie eine Prise Salz, etwas Pfeffer und optional einen halben Teelöffel Honig oder Senf hinzu. Schütteln Sie die Mischung kräftig oder rühren Sie sie mit einem kleinen Schneebesen, bis eine emulgierte Vinaigrette entsteht. Emulgiert bedeutet, dass sich Öl und Essig zu einer cremigen Flüssigkeit verbinden. Schwenken Sie den Feldsalat erst kurz vor dem Servieren im Dressing.

9.

Nehmen Sie die fertig gebackene Tarte aus dem Ofen und lassen Sie sie für etwa zehn Minuten in der Form ruhen. Dies erleichtert das Schneiden und verhindert, dass die Füllung ausläuft. Lösen Sie die Tarte vorsichtig aus der Form, indem Sie mit einem dünnen Messer am Rand entlangfahren. Wenn Sie eine Form mit Hebeboden verwenden, können Sie die Tarte einfach nach oben drücken. Schneiden Sie die Tarte mit einem scharfen Messer in vier bis sechs gleichmäßige Stücke. Arrangieren Sie auf jedem Teller ein Stück der warmen Tarte. Verteilen Sie den frisch angemachten Feldsalat daneben oder legen Sie eine kleine Portion direkt auf die Tarte. Der Kontrast zwischen der warmen, herzhaften Tarte und dem frischen, leicht säuerlichen Salat ist einfach köstlich. Für eine zusätzliche Note können Sie einige geröstete Pinienkerne oder Walnüsse über den Salat streuen.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Wenn Sie möchten, dass Ihr Rosenkohl noch intensiver schmeckt, können Sie ihn nach dem Blanchieren mit etwas Ahornsirup beträufeln, bevor Sie ihn karamellisieren. Der Zucker verstärkt die Karamellisierung und verleiht eine angenehme Süße, die perfekt mit der salzigen Chorizo harmoniert. Falls Sie keine Chorizo finden, funktioniert auch italienische Salsiccia oder geräucherter Speck hervorragend. Achten Sie darauf, dass Ihre Tarteform wirklich gut eingefettet ist, damit sich die Tarte später problemlos lösen lässt. Wenn Sie die Tarte am Vortag zubereiten möchten, können Sie alle Komponenten separat vorbereiten und erst kurz vor dem Backen zusammenfügen. Der Teigboden kann bereits blind gebacken werden, und sowohl Rosenkohl als auch Chorizo lassen sich einen Tag im Voraus zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren.

Weinbegleitung für die Rosenkohl-Tarte

Diese herzhafte Tarte mit ihrer würzigen Chorizo und dem erdigen Rosenkohl verlangt nach einem Wein mit Charakter. Ein spanischer Tempranillo aus der Rioja-Region passt hervorragend, da er die Aromen der Chorizo aufgreift und mit seinen fruchtigen Noten ergänzt. Alternativ empfiehlt sich ein kräftiger Côtes du Rhône aus Frankreich, dessen würzige Komponenten die Muskatnuss in der Eiermischung unterstreichen. Für Weißwein-Liebhaber bietet sich ein vollmundiger Chardonnay mit leichter Holznote an, der die cremige Textur der Tarte aufnimmt. Wer es alkoholfrei bevorzugt, sollte zu einem hochwertigen Traubensaft oder einem gekühlten Kräutertee mit Rosmarin greifen, der die mediterranen Aromen wunderbar ergänzt.

Zusätzliche Info

Die Kombination von Rosenkohl und Chorizo ist keineswegs zufällig, sondern spiegelt eine lange kulinarische Tradition wider. Rosenkohl, der ursprünglich aus Belgien stammt und dort bereits im 13. Jahrhundert kultiviert wurde, erlebte seine Blütezeit in der europäischen Küche des 19. Jahrhunderts. Die kleinen Kohlröschen galten lange als typisches Wintergemüse der gehobenen Küche. Chorizo hingegen hat ihre Wurzeln in Spanien, wo sie seit dem 16. Jahrhundert nach der Einführung des Paprikas aus Amerika hergestellt wird. Die Wurst zeichnet sich durch ihre intensive rote Farbe und ihr würziges Aroma aus, das durch die Verwendung von geräuchertem Paprikapulver entsteht. In der modernen Fusionsküche werden beide Zutaten häufig kombiniert, da ihre Geschmacksprofile sich perfekt ergänzen – die leichte Bitterkeit des Rosenkohls wird durch die Würze und das Fett der Chorizo ausgeglichen. Tartes als herzhafte Kuchen haben eine lange Tradition in der französischen Küche, wo sie als Tarte salée bekannt sind. Diese Art der Zubereitung ermöglicht es, saisonale Zutaten auf elegante Weise zu präsentieren und eignet sich sowohl für festliche Anlässe als auch für den Alltag.

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