Kartoffelrösti extra knusprig: Warum du sie vorher auspressen musst

Kartoffelrösti extra knusprig: Warum du sie vorher auspressen musst

Knusprige Kartoffelrösti gehören zu den beliebtesten Schweizer Spezialitäten und begeistern mit ihrer goldbraunen Kruste und dem zarten Inneren. Doch warum gelingt das perfekte Rösti manchmal nicht? Das Geheimnis liegt im Auspressen der Kartoffeln, einem Schritt, den viele Hobbyköche unterschätzen oder sogar überspringen. Die überschüssige Stärke und Feuchtigkeit in rohen Kartoffeln verhindert nämlich, dass die Rösti richtig knusprig werden. Wer seine Kartoffelmasse vor dem Braten gründlich auspresst, wird mit einem extra knusprigen Ergebnis belohnt, das im Restaurant nicht besser sein könnte. Diese Technik macht den entscheidenden Unterschied zwischen einem labbrigen und einem perfekt krochen Rösti aus.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Kartoffeln vorbereiten

Schält die Kartoffeln gründlich und spült sie unter kaltem Wasser ab. Reibt die geschälten Kartoffeln mit einer groben Reibe in eine große Schüssel. Arbeitet zügig, damit die Kartoffeln nicht braun werden. Die Reibe sollte grobe Löcher haben, damit schöne lange Kartoffelstreifen entstehen, die später für die perfekte Textur sorgen.

2. Kartoffelmasse auspressen

Gebt die geriebenen Kartoffeln portionsweise in ein sauberes Küchentuch. Dreht das Tuch fest zusammen und presst die Kartoffelmasse kräftig aus. Dieser Schritt ist entscheidend: je mehr Flüssigkeit ihr herauspresst, desto knuspriger wird euer Rösti später. Ihr werdet staunen, wie viel Wasser aus den Kartoffeln kommt. Die ausgepresste Flüssigkeit könnt ihr wegschütten. Wiederholt diesen Vorgang, bis alle Kartoffeln ausgepresst sind. Die Kartoffelmasse sollte sich danach deutlich trockener anfühlen.

3. Würzen

Gebt die ausgepresste Kartoffelmasse in eine saubere Schüssel zurück. Würzt sie mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und einer Prise geriebener Muskatnuss. Mischt alles gut durch, damit die Gewürze gleichmäßig verteilt sind. Probiert ruhig ein kleines Stückchen rohe Kartoffel, um zu prüfen, ob die Würzung passt.

4. Pfanne erhitzen

Erhitzt eine große beschichtete Pfanne auf mittlerer bis hoher Stufe. Gebt das Butterschmalz hinein und lasst es schmelzen. Butterschmalz ist ideal für Rösti, weil es höhere Temperaturen verträgt als normale Butter und einen herrlichen Geschmack gibt. Wartet, bis das Fett richtig heiß ist, aber noch nicht raucht.

5. Rösti formen

Gebt die Kartoffelmasse in die heiße Pfanne und verteilt sie gleichmäßig. Drückt die Masse mit einem Pfannenwender oder einem Löffel flach, sodass ein gleichmäßiger Fladen entsteht. Die Ränder sollten schön glatt sein. Achtet darauf, dass die Rösti nicht zu dick wird, etwa 1,5 bis 2 Zentimeter sind ideal. Eine zu dicke Rösti wird innen nicht gar, eine zu dünne verbrennt schnell.

6. Erste Seite braten

Bratet die Rösti nun etwa 10 Minuten auf mittlerer Hitze, ohne sie zu bewegen. Ihr werdet hören, wie sie brutzelt, und am Rand könnt ihr sehen, wie sie goldbraun wird. Schiebt vorsichtig den Pfannenwender unter die Rösti, um zu prüfen, ob sich eine schöne Kruste gebildet hat. Wenn die Unterseite goldbraun und knusprig ist, ist es Zeit zum Wenden.

7. Rösti wenden

Jetzt kommt der spannende Moment: legt einen großen Teller auf die Pfanne und dreht beides zusammen um, sodass die Rösti auf dem Teller landet. Gebt bei Bedarf noch etwas Butterschmalz in die Pfanne und lasst die Rösti vorsichtig vom Teller zurück in die Pfanne gleiten, mit der ungebratenen Seite nach unten. Keine Sorge, wenn es beim ersten Mal nicht perfekt klappt, mit etwas Übung wird es immer besser.

8. Zweite Seite braten

Bratet die Rösti weitere 8 bis 10 Minuten auf der zweiten Seite, bis auch diese schön goldbraun und knusprig ist. Drückt die Rösti gelegentlich leicht mit dem Pfannenwender an, damit sie kompakt bleibt und gleichmäßig bräunt. Die Hitze sollte nicht zu hoch sein, sonst verbrennt die Außenseite, bevor das Innere gar ist.

9. Servieren

Nehmt die fertige Rösti aus der Pfanne und lasst sie kurz auf Küchenpapier abtropfen, um überschüssiges Fett zu entfernen. Schneidet sie in Stücke wie eine Pizza und serviert sie sofort, solange sie noch heiß und knusprig ist. Eine perfekte Rösti sollte außen kross und innen zart sein.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Wenn ihr die ausgepresste Kartoffelflüssigkeit in einem Glas stehen lasst, setzt sich am Boden reine Kartoffelstärke ab. Diese könnt ihr nach dem Abgießen des Wassers wieder unter die Kartoffelmasse mischen, das macht die Rösti noch knuspriger und hält sie besser zusammen. Verwendet unbedingt festkochende Kartoffeln, mehlige Sorten fallen auseinander und werden matschig. Für mehrere kleine Rösti statt einer großen teilt die Masse einfach in Portionen auf, dann wird das Wenden deutlich einfacher. Die Pfanne sollte wirklich heiß sein, bevor ihr die Kartoffeln hineingebt, sonst saugen sie zu viel Fett auf.

Passende Getränke zur knusprigen Rösti

Zu einer herzhaften Kartoffelrösti passt ein trockener Schweizer Weißwein wie ein Fendant aus dem Wallis hervorragend. Seine frische Säure und mineralischen Noten harmonieren perfekt mit der buttrigen Rösti. Wer Rotwein bevorzugt, kann zu einem leichten Pinot noir greifen, ebenfalls eine Schweizer Spezialität. Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein helles Lagerbier oder ein Schweizer Bier, das die rustikale Note des Gerichts unterstreicht. An kalten Tagen passt auch ein Apfelmost wunderbar, wie er in der Schweiz traditionell serviert wird.

Zusätzliche Info

Die Kartoffelrösti stammt ursprünglich aus dem Kanton Bern in der Schweiz und war ursprünglich ein einfaches Bauernfrühstück. Schweizer Bauern brieten übrig gebliebene gekochte Kartoffeln vom Vortag in der Pfanne, um ein sättigendes Frühstück zu erhalten. Heute gibt es zwei Hauptvarianten: die Berner Rösti aus rohen Kartoffeln und die Zürcher Rösti aus vorgekochten Kartoffeln. Die Version aus rohen Kartoffeln, wie in diesem Rezept, wird besonders knusprig, wenn man die Feuchtigkeit gründlich auspresst. In der Schweiz gilt die Rösti als Nationalgericht und wird zu allen Tageszeiten gegessen, oft als Beilage zu Geschnetzeltem oder mit Spiegelei als Hauptgericht. Der sogenannte Röstigraben bezeichnet übrigens die Sprachgrenze zwischen der deutschsprachigen und der französischsprachigen Schweiz, ein humorvoller Hinweis darauf, wie wichtig dieses Gericht für die Schweizer Identität ist.

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