Rezept: Matjes mit Sauce nach Hausfrauenart

Rezept: Matjes mit Sauce nach Hausfrauenart

Die Matjes mit Sauce nach Hausfrauenart gehören zu den beliebtesten norddeutschen Klassikern, die seit Generationen auf den Tischen der Küstenregionen serviert werden. Dieser eingelegte junge Hering besticht durch seinen milden, leicht salzigen Geschmack und die zarte Textur, die perfekt mit der cremigen, leicht säuerlichen Sauce harmoniert. Die traditionelle Zubereitung vereint Einfachheit mit raffiniertem Geschmack und macht dieses Gericht zu einem wahren Genusserlebnis für alle Liebhaber der maritimen Küche. Die Hausfrauenart, also die Art und Weise, wie Hausfrauen traditionell kochen, zeichnet sich durch bodenständige Zutaten und unkomplizierte Zubereitungsmethoden aus. In nur wenigen Schritten entsteht ein Gericht, das sowohl als Vorspeise als auch als leichtes Hauptgericht überzeugt und dabei herrlich erfrischend schmeckt.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Matjesfilets

Nehmt die Matjesfilets aus der Verpackung und tupft sie vorsichtig mit Küchenpapier trocken. Dies ist wichtig, damit die Lake nicht die Sauce verwässert. Schneidet die Filets in mundgerechte Stücke von etwa drei bis vier Zentimeter Länge. Legt die Stücke beiseite, während ihr die Sauce vorbereitet. Die Matjesfilets sollten Zimmertemperatur haben, damit sich ihr volles Aroma entfalten kann.

2. Zwiebeln und Äpfel vorbereiten

Schält die Zwiebeln und schneidet sie in feine Ringe. Um die Schärfe etwas zu mildern, könnt ihr die Zwiebelringe für etwa zehn Minuten in kaltes Wasser legen. Wascht die Äpfel gründlich, entfernt das Kerngehäuse und schneidet sie in kleine Würfel von etwa einem halben Zentimeter Größe. Beträufelt die Apfelwürfel sofort mit etwas Zitronensaft, damit sie nicht braun werden. Die Kombination aus Zwiebeln und Äpfeln verleiht dem Gericht eine wunderbare Balance zwischen Schärfe und Süße.

3. Gewürzgurken schneiden

Nehmt die Gewürzgurken aus dem Glas und lasst sie gut abtropfen. Schneidet sie in kleine Würfel, ähnlich groß wie die Apfelwürfel. Die Gewürzgurken bringen eine angenehme Säure und einen knackigen Biss in die Sauce, was perfekt zum weichen Matjes passt.

4. Sauce zubereiten

Gebt die saure Sahne und den Joghurt in eine große Schüssel. Verrührt beides mit einem Schneebesen, bis eine glatte, cremige Masse entsteht. Der Joghurt macht die Sauce etwas leichter und frischer. Fügt den Zitronensaft, den Zucker, eine Prise Salz und etwas weißen Pfeffer hinzu. Der weiße Pfeffer ist milder als schwarzer Pfeffer und passt besser zu Fischgerichten. Schmeckt die Sauce ab und passt die Würzung nach eurem Geschmack an. Die Sauce sollte leicht säuerlich, cremig und harmonisch gewürzt sein.

5. Zutaten vermischen

Gebt nun die vorbereiteten Zwiebelringe, Apfelwürfel und Gurkenwürfel zur Sauce. Wascht den Dill, schüttelt ihn trocken und hackt ihn fein. Hebt etwa drei Viertel des gehackten Dills unter die Sauce. Mischt alles vorsichtig mit einem Löffel durch, sodass sich alle Zutaten gut verteilen. Die Sauce sollte nun eine schöne grüne Färbung durch den Dill bekommen.

6. Matjes marinieren

Legt die Matjesstücke vorsichtig in die Sauce und wendet sie behutsam, damit jedes Stück gut mit der Sauce überzogen ist. Achtet darauf, dass die zarten Fischstücke nicht zerfallen. Deckt die Schüssel mit Frischhaltefolie ab und stellt sie für mindestens zwei Stunden, besser noch über Nacht, in den Kühlschrank. Während dieser Zeit ziehen die Aromen richtig schön ein und die Matjes nehmen den Geschmack der Sauce auf. Diese Marinierzeit, also die Zeit, in der die Zutaten im Kühlschrank durchziehen, ist entscheidend für den vollen Geschmack.

7. Anrichten und servieren

Nehmt die marinierten Matjes etwa 20 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank, damit sie nicht eiskalt sind. Richtet die Matjes mit der Sauce auf einer schönen Servierschale an. Bestreut das Gericht mit dem restlichen gehackten Dill als Garnitur. So sieht es nicht nur appetitlich aus, sondern der frische Dill unterstreicht auch noch einmal das maritime Aroma. Serviert dazu frisches Brot oder Pellkartoffeln.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Wenn ihr die Matjes selbst aus ganzen Heringen filetieren möchtet, achtet darauf, dass ihr wirklich alle Gräten entfernt. Die Qualität der Matjesfilets ist entscheidend für den Geschmack des Gerichts. Kauft am besten beim Fischhändler eures Vertrauens und fragt nach holländischen Matjes, die als besonders zart und mild gelten. Falls die Sauce zu dick wird, könnt ihr sie mit etwas Gurkenwasser aus dem Glas verdünnen. Das bringt zusätzliche Würze. Für eine noch cremigere Konsistenz könnt ihr einen Esslöffel Mayonnaise unterrühren. Wer es etwas herzhafter mag, kann auch fein gehackte Kapern zur Sauce geben. Die Matjes schmecken am besten, wenn sie mindestens einen Tag durchgezogen sind. Plant die Zubereitung also am besten einen Tag im Voraus.

Der perfekte Begleiter zu Matjes

Zu diesem norddeutschen Klassiker passt hervorragend ein trockener Weißwein mit guter Säure. Ein Riesling aus der Moselregion oder ein frischer Grauburgunder harmonieren wunderbar mit dem milden Fischgeschmack und der cremigen Sauce. Die Säure des Weines schneidet durch die Cremigkeit und hebt die feinen Aromen des Matjes hervor. Alternativ ist auch ein kühles Pils eine ausgezeichnete Wahl, wie es in Norddeutschland traditionell zum Matjes getrunken wird. Wer keinen Alkohol trinken möchte, kann zu einem Apfelsaft-Schorle greifen, deren Frische ebenfalls gut zum Gericht passt.

Zusätzliche Info

Die Matjes haben eine lange Tradition in den Küstenregionen Nordeuropas, besonders in den Niederlanden und Deutschland. Der Name stammt vom niederländischen Wort maagdenharing, was soviel wie Jungfernhering bedeutet. Damit sind junge Heringe gemeint, die vor der ersten Laichzeit gefangen werden. Diese Fische haben besonders zartes, fettreiches Fleisch. Die spezielle Reifung der Matjes erfolgt durch Enzyme im Fisch selbst, die das Fleisch butterzart machen. Traditionell wurden Matjes in Fässern mit Lake eingelegt und so haltbar gemacht. Die Hausfrauenart der Zubereitung entwickelte sich im 19. Jahrhundert, als Hausfrauen begannen, die eingelegten Heringe mit Zutaten zu verfeinern, die sie im Haushalt hatten. Die Kombination aus saurer Sahne, Äpfeln und Zwiebeln wurde schnell zum Standard. In Norddeutschland gibt es sogar spezielle Matjestage und Feste, die dem beliebten Fisch gewidmet sind. Das Gericht gilt als Inbegriff der einfachen, aber schmackhaften norddeutschen Küche.

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