Toast Hawaii aus dem Airfryer: Der Retro-Klassiker wird knuspriger als im Backofen

Toast Hawaii aus dem Airfryer: Der Retro-Klassiker wird knuspriger als im Backofen

Der Toast Hawaii erlebt sein großes Comeback. Was in den 1950er Jahren als kulinarische Sensation die deutschen Küchen eroberte, feiert heute eine Renaissance – diesmal im Airfryer zubereitet. Diese Retro-Spezialität vereint knuspriges Toastbrot, saftigen Schinken, süße Ananas und geschmolzenen Käse zu einem unwiderstehlichen Geschmackserlebnis.

Der Airfryer verleiht diesem Klassiker eine besonders knusprige Textur, die im herkömmlichen Backofen kaum zu erreichen ist. Die Heißluftzirkulation sorgt dafür, dass der Toast von allen Seiten gleichmäßig gebräunt wird, während der Käse perfekt schmilzt und leichte Röstaromen entwickelt. Das Ergebnis übertrifft die traditionelle Zubereitungsmethode deutlich.

Diese Variante für vier Personen eignet sich hervorragend als schnelles Abendessen, als nostalgischer Partysnack oder als kreatives Mittagsgericht. Die Zubereitung ist unkompliziert – das bedeutet einfach und ohne besondere Vorkenntnisse machbar – und gelingt auch Kochanfängern mühelos.

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Zutaten

Den Airfryer auf 180 Grad vorheizen. Dies dauert etwa drei Minuten und sorgt dafür, dass die Toasts von Beginn an gleichmäßig garen. Die Butter in einem kleinen Topf oder in der Mikrowelle schmelzen lassen. Die Ananas-Scheiben aus der Dose nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen, damit keine überschüssige Flüssigkeit den Toast durchweicht. Die Cocktailkirschen ebenfalls gut abtropfen lassen.

2. Toastbrot vorbereiten

Die acht Toastbrot-Scheiben auf einer Arbeitsfläche auslegen. Mit einem Backpinsel jede Scheibe auf einer Seite dünn mit geschmolzener Butter bestreichen. Diese Butter sorgt später für die goldbraune, knusprige Oberfläche und verhindert, dass der Toast trocken wird. Die gebutterte Seite zeigt nach unten – sie wird die Unterseite des fertigen Toast Hawaii.

3. Belegen der Toasts

Auf die ungebutterte Oberseite jeder Toastscheibe zunächst eine Scheibe gekochten Schinken legen. Der Schinken sollte die gesamte Fläche bedecken, kann aber an den Rändern leicht überstehen. Darauf jeweils eine gut abgetropfte Ananas-Scheibe platzieren. In die Mitte der Ananas-Scheibe eine Cocktailkirsche setzen – das ist das charakteristische Erkennungszeichen des Toast Hawaii.

4. Käse auflegen

Jede Ananas-Scheibe mit einer Scheibe Schmelzkäse oder Gouda bedecken. Der Käse sollte möglichst die gesamte Ananas überdecken und kann ruhig bis zu den Rändern des Toasts reichen. Beim Schmelzen verbindet er alle Zutaten miteinander und bildet die köstliche, leicht gebräunte Oberfläche. Wer möchte, kann den Käse mit etwas Paprikapulver bestreuen.

5. Erste Charge im Airfryer garen

Je nach Größe des Airfryers passen zwei bis vier Toast Hawaii gleichzeitig hinein. Die Toasts nebeneinander in den Korb legen, ohne dass sie sich überlappen. Bei 180 Grad für sechs bis acht Minuten garen. Nach fünf Minuten einmal kontrollieren: Der Käse sollte vollständig geschmolzen sein und leichte Bräunungsspuren zeigen, der Toast an den Rändern goldbraun und knusprig werden.

6. Zweite Charge zubereiten

Die fertigen Toasts aus dem Airfryer nehmen und warm halten, beispielsweise auf einem vorgewärmten Teller im ausgeschalteten Backofen. Die restlichen belegten Toasts auf die gleiche Weise im Airfryer zubereiten. Durch die bereits erreichte Betriebstemperatur benötigen diese möglicherweise eine Minute weniger Garzeit.

7. Servieren

Die Toast Hawaii sofort nach der Zubereitung servieren, solange der Käse noch heiß und geschmolzen ist. Wer möchte, kann die Toasts diagonal halbieren – das erleichtert das Essen und sieht auf dem Teller ansprechender aus. Mit etwas frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer oder zusätzlichem Paprikapulver bestreuen.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Für eine noch knusprigere Unterseite die Toasts vor dem Belegen kurz im Airfryer anrösten. Dafür die Scheiben für zwei Minuten bei 160 Grad vorbacken, dann herausnehmen, belegen und wie beschrieben fertig garen.
Wer keine Cocktailkirschen mag, kann diese durch getrocknete Cranberries oder kleine Stücke roter Paprika ersetzen. Auch Preiselbeeren aus dem Glas passen geschmacklich hervorragend.
Die Ananas-Scheiben können vor dem Auflegen leicht mit Curry-Pulver gewürzt werden. Das verleiht dem Gericht eine exotische Note und unterstreicht die süß-salzige Kombination.
Reste lassen sich am nächsten Tag im Airfryer bei 160 Grad für drei Minuten wieder aufwärmen und schmecken fast wie frisch zubereitet.

Passende Getränke zum Toast Hawaii

Zum Toast Hawaii passen sowohl klassische als auch moderne Getränke. Ein gekühltes Pils oder helles Lagerbier harmoniert ausgezeichnet mit der süß-salzigen Kombination und erfrischt den Gaumen zwischen den Bissen.

Wer Wein bevorzugt, sollte zu einem trockenen Riesling oder einem fruchtigen Grauburgunder greifen. Die Säure dieser Weißweine balanciert die Süße der Ananas perfekt aus. Auch ein leichter Rosé mit dezenter Frucht passt hervorragend.

Für alkoholfreie Alternativen eignet sich ein Apfelschorle – eine Mischung aus Apfelsaft und Mineralwasser – oder ein frisch gepresster Orangensaft. Auch Eistee mit Zitrone oder Pfirsich ergänzt die tropischen Aromen des Gerichts.

Zusätzliche Info

Der Toast Hawaii wurde 1955 vom deutschen Fernsehkoch Clemens Wilmenrod erfunden und in seiner Sendung präsentiert. Er gilt als erste im deutschen Fernsehen gezeigte Kochsendung überhaupt. Der Name spielt auf die damals exotische Ananas an, die hauptsächlich aus Hawaii importiert wurde.

In den Wirtschaftswunderjahren symbolisierte dieses Gericht Wohlstand und Weltoffenheit. Ananas aus der Dose war ein Luxusprodukt, das sich nicht jeder leisten konnte. Der Toast Hawaii stand für den Aufbruch in eine moderne, internationale Küche.

Interessanterweise ist das Gericht außerhalb Deutschlands weitgehend unbekannt. In seiner Heimat jedoch erlebt es aktuell eine Renaissance als Retro-Food – Gerichte aus vergangenen Jahrzehnten, die nostalgische Gefühle wecken. Moderne Interpretationen verwenden hochwertigere Zutaten wie geräucherten Schinken oder Büffelmozzarella.

Die Kombination aus süß und salzig, die heute in der gehobenen Gastronomie geschätzt wird, war damals revolutionär. Der Toast Hawaii war seiner Zeit voraus und zeigt, dass gute Geschmackskombinationen zeitlos sind.

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