Das tiramisu gehört zu den bekanntesten italienischen desserts weltweit. Dieser klassische nachtisch aus der region venetien vereint die cremige textur von mascarpone mit dem intensiven aroma von espresso und kakao. Die zubereitung erfordert keine backkünste, sondern lediglich hochwertige zutaten und etwas geduld. In italien wird tiramisu traditionell in glasschalen serviert, damit die charakteristischen schichten sichtbar bleiben. Die kombination aus löffelbiskuits (savoiardi), kaffee, eiercreme und mascarpone ergibt ein dessert, das sowohl elegant als auch tröstlich schmeckt. Heute zeigen wir euch, wie ihr diesen italienischen klassiker authentisch zubereitet.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Die eigelb-zucker-mischung vorbereiten
Trennt zunächst die eier sehr sorgfältig. Das eigelb kommt in eine große rührschüssel, das eiweiß bewahrt ihr separat auf. Gebt 80 gramm zucker zum eigelb und schlagt die mischung mit dem handmixer etwa 5 minuten lang auf höchster stufe. Die masse sollte hell, cremig und luftig werden. Dieser vorgang nennt sich aufschlagen und sorgt dafür, dass luft in die creme eingearbeitet wird. Die konsistenz ist perfekt, wenn die masse beim hochziehen des mixers langsam vom schneebesen fließt und eine spur auf der oberfläche hinterlässt.
2. Mascarpone einarbeiten
Nehmt den mascarpone rechtzeitig aus dem kühlschrank, damit er zimmertemperatur hat. Kalter mascarpone lässt sich schwerer verarbeiten und kann klumpen bilden. Gebt den mascarpone zur eigelb-zucker-mischung und rührt ihn mit einem schneebesen vorsichtig unter. Arbeitet dabei langsam und behutsam, damit die luftige struktur erhalten bleibt. Die creme sollte nun glatt und homogen sein, ohne klümpchen. Stellt die schüssel beiseite.
3. Eischnee herstellen
In einer sauberen, fettfreien schüssel schlagt ihr die zwei eiweiße mit einer prise salz steif. Gebt nach etwa 2 minuten die restlichen 20 gramm zucker hinzu und schlagt weiter, bis der eischnee steife spitzen bildet. Das bedeutet, dass beim hochziehen des mixers kleine spitzen stehen bleiben, die nicht umkippen. Dieser eischnee verleiht dem tiramisu seine charakteristische leichtigkeit.
4. Eischnee unterheben
Gebt den eischnee zur mascarpone-creme und hebt ihn vorsichtig mit einem teigschaber unter. Unterheben bedeutet, dass ihr mit sanften bewegungen von unten nach oben arbeitet, damit möglichst wenig luft entweicht. Dreht die schüssel dabei leicht und arbeitet in kreisenden bewegungen. Die fertige creme sollte luftig und voluminös sein.
5. Espresso vorbereiten
Brüht 300 milliliter starken espresso auf und lasst ihn vollständig abkühlen. Warmer kaffee würde die creme schmelzen lassen. Gebt den amaretto zum kalten espresso und rührt um. Der amaretto ist optional, verleiht dem tiramisu aber eine typisch italienische note mit mandelaroma.
6. Erste schicht löffelbiskuits
Taucht die löffelbiskuits einzeln kurz in den espresso. Wichtig ist, dass ihr sie nur etwa 2 sekunden eintaucht, sonst werden sie zu weich und zerfallen. Die biscuits sollten den kaffee aufsaugen, aber noch ihre struktur behalten. Legt die getränkten biscuits dicht an dicht in eine rechteckige auflaufform oder glasschale. Die erste schicht sollte den boden komplett bedecken.
7. Erste cremeschicht
Verteilt die hälfte der mascarpone-creme gleichmäßig über die biscuitschicht. Streicht die creme mit einem teigschaber oder löffel glatt. Achtet darauf, dass die creme alle zwischenräume füllt und eine ebene oberfläche bildet.
8. Zweite schicht erstellen
Wiederholt den vorgang mit einer zweiten schicht getränkter löffelbiskuits. Taucht wieder jeden biscuit einzeln kurz in den espresso und legt sie über die cremeschicht. Verteilt anschließend die restliche mascarpone-creme darüber und streicht sie glatt. Die oberfläche sollte möglichst eben sein.
9. Kühlen lassen
Deckt das tiramisu mit frischhaltefolie ab und stellt es mindestens 4 stunden, idealerweise über nacht, in den kühlschrank. Während dieser ruhezeit ziehen die aromen durch und die konsistenz wird fest. Das tiramisu entwickelt seinen vollen geschmack erst nach ausreichender kühlzeit.
10. Vor dem servieren bestäuben
Kurz vor dem servieren bestäubt ihr das tiramisu großzügig mit kakaopulver. Verwendet dafür am besten ein feines sieb, damit der kakao gleichmäßig verteilt wird. Das kakaopulver sollte die gesamte oberfläche bedecken und bildet den optischen abschluss dieses klassischen desserts.
Tipp vom Chefkoch
Verwendet unbedingt frische eier in bester qualität, da sie roh verarbeitet werden. Achtet darauf, dass keine eierschalenreste in die creme gelangen. Wenn ihr unsicher seid, könnt ihr pasteurisierte eier verwenden. Der mascarpone sollte einen fettgehalt von mindestens 40 prozent haben, damit die creme die richtige konsistenz bekommt. Taucht die löffelbiskuits wirklich nur sehr kurz in den espresso, sonst wird das tiramisu matschig statt cremig. Wenn ihr kein tiramisu für kinder oder schwangere zubereitet, könnt ihr statt amaretto auch marsala verwenden, einen süßen sizilianischen wein.
Welche getränke passen zum tiramisu?
Zum tiramisu passt hervorragend ein espresso oder ein cappuccino, um das kaffeearoma des desserts zu unterstreichen. In italien wird dazu gerne ein glas vin santo gereicht, ein toskanischer dessertwein mit honignoten. Alternativ harmoniert auch ein moscato d’asti wunderbar, ein leicht perlender süßwein aus dem piemont. Für alkoholfreie optionen eignen sich ein caffè latte oder ein latte macchiato. An warmen tagen könnt ihr auch einen kalten eiskaffee servieren.
Zusätzliche Info
Das tiramisu bedeutet wörtlich übersetzt zieh mich hoch und bezieht sich vermutlich auf die belebende wirkung des kaffees und die reichhaltige, energiespendende creme. Die genaue herkunft des desserts ist umstritten. Mehrere regionen italiens beanspruchen die erfindung für sich, wobei venetien und die toskana die bekanntesten anwärter sind. Das restaurant le beccherie in treviso behauptet, das tiramisu in den 1960er jahren erfunden zu haben. Andere quellen datieren das rezept bereits ins 17. jahrhundert zurück, als es angeblich für den großherzog der toskana kreiert wurde.
Traditionell wird tiramisu ohne backen zubereitet, was es zu einem perfekten dessert für warme sommertage macht. Die verwendung von löffelbiskuits statt normalem biskuit ist charakteristisch für die authentische zubereitung. Diese speziellen biscuits haben die ideale konsistenz, um kaffee aufzunehmen, ohne dabei ihre struktur vollständig zu verlieren. In italien gibt es unzählige regionale varianten, manche verwenden rum statt amaretto, andere fügen geriebene schokolade zwischen die schichten.



