So bereite ich Spaghetti Bolognese zu – die Gäste verlangen immer Nachschlag

So bereite ich Spaghetti Bolognese zu – die Gäste verlangen immer Nachschlag

In deutschen Küchen gehört sie zu den absoluten Klassikern, doch die perfekte spaghetti bolognese zu kochen, ist eine Kunst für sich. Diese traditionelle sauce aus der italienischen Region Emilia-Romagna hat sich weltweit einen Namen gemacht und sorgt bei jedem Essen für begeisterte Gesichter. Das Geheimnis liegt in der langsamen Zubereitung und der harmonischen Kombination hochwertiger Zutaten. Wer einmal diese Version probiert hat, versteht sofort, warum die Gäste immer nach einem Nachschlag verlangen. Die Sauce entwickelt durch stundenlanges Köcheln eine Tiefe und Intensität, die Fertigprodukte niemals erreichen können.

Mit dieser bewährten Methode gelingt die bolognese garantiert und wird zum Highlight jeder Einladung. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Geduld, aber der Aufwand lohnt sich definitiv. Jeder Schritt trägt dazu bei, dass die Aromen sich vollständig entfalten und eine samtige, reichhaltige Sauce entsteht, die perfekt an den spaghetti haftet.

20

120

mittel

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1.

Beginnen Sie mit der Vorbereitung aller Zutaten, denn das erleichtert den Kochvorgang erheblich. Schälen Sie die Zwiebeln und schneiden Sie sie in sehr kleine Würfel. Je feiner die Zwiebeln geschnitten sind, desto besser lösen sie sich später in der Sauce auf und sorgen für eine gleichmäßige Konsistenz. Schälen Sie auch die Knoblauchzehen und hacken Sie diese sehr fein oder pressen Sie sie durch eine Knoblauchpresse. Diese Vorbereitungsarbeit nennt man mise en place, also das Bereitstellen aller Zutaten vor dem eigentlichen Kochen.

2.

Erhitzen Sie das Olivenöl in einer großen, schweren Pfanne oder einem Bräter bei mittlerer Hitze. Geben Sie die gewürfelten Zwiebeln hinein und braten Sie diese etwa fünf Minuten lang an, bis sie glasig werden und leicht goldbraun sind. Fügen Sie dann den gehackten Knoblauch hinzu und braten Sie diesen etwa eine Minute mit, bis sein charakteristisches Aroma aufsteigt. Achten Sie darauf, dass der Knoblauch nicht zu dunkel wird, sonst schmeckt er bitter.

3.

Erhöhen Sie die Hitze auf mittlere bis hohe Stufe und geben Sie das Rinder- und Schweinehackfleisch in die Pfanne. Brechen Sie das Fleisch mit einem Holzlöffel auseinander und braten Sie es unter häufigem Rühren an. Dieser Vorgang dauert etwa zehn Minuten. Das Fleisch sollte rundherum schön braun werden und seine graue Farbe verlieren. Das Anbraten ist entscheidend für den Geschmack, denn dabei entstehen die sogenannten Röstaromen, die der Sauce Tiefe verleihen.

4.

Sobald das Fleisch gut angebraten ist, fügen Sie das Tomatenmark hinzu und braten Sie es etwa zwei Minuten mit. Dieser Schritt ist wichtig, damit das Tomatenmark seinen rohen Geschmack verliert und eine leicht karamellisierte Note entwickelt. Rühren Sie dabei ständig, damit nichts am Boden anbrennt.

5.

Gießen Sie nun den Rotwein in die Pfanne und lassen Sie ihn bei hoher Hitze etwa drei Minuten einkochen. Dabei verdampft der Alkohol, aber die Aromen des Weins bleiben erhalten und geben der Sauce eine wunderbare Komplexität. Kratzen Sie mit dem Holzlöffel alle angesetzten Röststoffe vom Boden ab, denn diese enthalten viel Geschmack.

6.

Fügen Sie die gehackten Tomaten aus der Dose, die Rinderbrühe, den Oregano, den Thymian und die Lorbeerblätter hinzu. Rühren Sie alles gut um und bringen Sie die Sauce zum Kochen. Reduzieren Sie dann die Hitze auf die niedrigste Stufe, sodass die Sauce nur noch ganz leicht köchelt. Dieser sanfte Garprozess nennt sich simmern und ist das Geheimnis einer perfekten Bolognese.

7.

Lassen Sie die Sauce nun mindestens neunzig Minuten, besser noch zwei Stunden, bei sehr niedriger Hitze köcheln. Decken Sie die Pfanne nur teilweise ab, damit Flüssigkeit verdampfen kann und die Sauce eindickt. Rühren Sie etwa alle zwanzig Minuten um, damit nichts am Boden ansetzt. Während dieser langen Garzeit verschmelzen alle Aromen miteinander und die Sauce wird wunderbar sämig.

8.

Schmecken Sie die Sauce nach etwa neunzig Minuten mit Salz, Pfeffer und einem Teelöffel Zucker ab. Der Zucker neutralisiert die natürliche Säure der Tomaten und rundet den Geschmack ab. Entfernen Sie die Lorbeerblätter. Falls die Sauce zu dick geworden ist, können Sie etwas Wasser oder zusätzliche Brühe hinzufügen.

9.

Etwa zwanzig Minuten bevor die Sauce fertig ist, bringen Sie einen großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen. Fügen Sie großzügig Salz hinzu, das Wasser sollte so salzig schmecken wie Meerwasser. Geben Sie die Spaghetti hinein und kochen Sie diese nach Packungsanweisung, allerdings eine Minute kürzer als angegeben. Die Pasta sollte al dente sein, also noch einen leichten Biss haben.

10.

Schöpfen Sie vor dem Abgießen etwa eine Tasse vom Nudelwasser ab und stellen Sie diese beiseite. Gießen Sie die Spaghetti ab und geben Sie diese sofort in die Pfanne mit der Bolognese-Sauce. Fügen Sie etwas vom Nudelwasser hinzu und schwenken Sie alles gut durch. Die Stärke im Nudelwasser hilft dabei, dass die Sauce perfekt an den Nudeln haftet.

11.

Lassen Sie die Spaghetti noch etwa eine Minute in der Sauce ziehen, damit sie die Aromen aufnehmen können. Servieren Sie die Pasta sofort auf vorgewärmten Tellern und bestreuen Sie jede Portion großzügig mit frisch geriebenem Parmesan.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Das wahre Geheimnis einer authentischen bolognese liegt in der Geduld. Je länger die Sauce bei niedriger Hitze köchelt, desto intensiver werden die Aromen. Profis lassen ihre Sauce sogar drei bis vier Stunden ziehen. Eine weitere Profi-Technik besteht darin, einen Schuss Milch oder Sahne kurz vor Ende der Garzeit hinzuzufügen. Dies mildert die Säure der Tomaten zusätzlich ab und verleiht der Sauce eine seidige Textur. Die Bolognese schmeckt übrigens am nächsten Tag noch besser, wenn die Aromen über Nacht durchziehen konnten. Bereiten Sie daher ruhig eine größere Menge zu und frieren Sie einen Teil ein. So haben Sie immer eine hochwertige Sauce griffbereit, wenn überraschend Gäste kommen. Beim Aufwärmen einfach etwas Wasser oder Brühe hinzufügen, falls die Sauce zu dick geworden ist.

Der perfekte Wein zur spaghetti bolognese

Zu diesem herzhaften Klassiker passt am besten ein mittelkräftiger italienischer Rotwein. Ein Chianti Classico aus der Toskana harmoniert perfekt mit den Tomatennoten und dem würzigen Fleisch. Seine fruchtigen Aromen und die moderate Säure ergänzen die reichhaltige Sauce ideal. Alternativ empfiehlt sich ein Barbera d’Alba aus dem Piemont, der mit seiner lebendigen Säure und den Kirschnoten die Fettigkeit des Hackfleischs ausgleicht.

Für Gäste, die lieber Weißwein trinken, ist ein kräftiger Verdicchio aus den Marken eine überraschend gute Wahl. Seine mineralische Note und der vollmundige Körper halten dem intensiven Geschmack der Bolognese stand. Servieren Sie den Rotwein bei etwa achtzehn Grad Celsius, damit sich seine Aromen optimal entfalten können.

Zusätzliche Info

Die ragù alla bolognese, wie die Sauce in Italien offiziell heißt, stammt aus Bologna in der Region Emilia-Romagna. Die erste dokumentierte Version dieses Rezepts wurde 1982 von der Accademia Italiana della Cucina offiziell registriert, um die authentische Zubereitung für die Nachwelt zu bewahren. Interessanterweise verwendet das traditionelle italienische Rezept oft mehr Fleisch als Tomaten und manchmal sogar Milch oder Sahne.

In Bologna selbst wird die Sauce übrigens traditionell nicht zu Spaghetti serviert, sondern zu tagliatelle, breiten Bandnudeln aus Eiernudelteig. Die raue Oberfläche dieser Pasta nimmt die Sauce besser auf als glatte Spaghetti. Die weltweite Beliebtheit von Spaghetti bolognese ist also eher eine internationale Interpretation als eine authentisch italienische Tradition.

Das Gericht wurde besonders nach dem Zweiten Weltkrieg international bekannt, als italienische Einwanderer ihre Küche in alle Welt trugen. Heute gibt es unzählige Variationen, von der schnellen Alltagsversion bis zur mehrstündigen Gourmet-Interpretation mit verschiedenen Fleischsorten und edlen Zutaten.

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