Streuseltaler mit Pudding: genauso unwiderstehlich wie vom Konditor

Streuseltaler mit Pudding: genauso unwiderstehlich wie vom Konditor

In deutschen Konditoreien gehören Streuseltaler mit Pudding zu den beliebtesten Gebäckstücken überhaupt. Diese köstlichen Teilchen vereinen knusprige Streusel mit cremigem Vanillepudding auf einem zarten Hefeteig. Was macht sie so unwiderstehlich? Die perfekte Balance zwischen süßen, buttrigen Streuseln und der samtigen Puddingfüllung sorgt für ein Geschmackserlebnis, das an Kindheitserinnerungen erinnert. Lange Zeit galten diese Leckereien als Spezialität, die man nur beim Bäcker bekommen konnte. Doch mit der richtigen Anleitung und etwas Geduld lassen sich Streuseltaler auch zu Hause herstellen. Die Zubereitung erfordert zwar mehrere Arbeitsschritte, doch das Ergebnis übertrifft jede Erwartung. Frisch aus dem Ofen schmecken die Taler noch besser als vom Konditor, denn niemand kann die Qualität selbstgemachter Backwaren mit frischen Zutaten übertreffen. Für vier Personen reichen etwa acht bis zehn Streuseltaler, je nach Appetit. Diese Menge ermöglicht es, dass jeder mindestens zwei dieser herrlichen Teilchen genießen kann. Die Kombination aus verschiedenen Texturen macht jeden Bissen zu einem besonderen Moment: außen knusprig, innen cremig, unten fluffig.

40

18

moyen

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1.

Die lauwarme Milch in eine Schüssel geben und die Trockenhefe hineinstreuen. Einen Teelöffel Zucker hinzufügen und etwa fünf Minuten stehen lassen, bis die Hefe zu schäumen beginnt. Dieser Vorgang heißt „Aktivieren“ und zeigt, dass die Hefe lebendig ist. In einer großen Schüssel das Mehl mit dem restlichen Zucker und der Prise Salz vermischen. Die weiche Butter in kleinen Stücken hinzufügen. Die Hefemischung zum Mehl gießen und alles mit den Knethaken der Küchenmaschine oder von Hand etwa acht Minuten lang kneten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und nicht mehr kleben. Die Schüssel mit einem feuchten Tuch oder Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort etwa 45 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

2.

Während der Teig geht, den Pudding vorbereiten. Das Puddingpulver mit zwei Esslöffeln der kalten Milch und dem Zucker in einer kleinen Schüssel glatt rühren. Die restliche Milch in einem Topf zum Kochen bringen. Sobald die Milch kocht, vom Herd nehmen und die angerührte Puddingmasse unter ständigem Rühren einrühren. Ständiges Rühren verhindert Klumpenbildung. Den Topf wieder auf den Herd stellen und unter Rühren einmal aufkochen lassen, bis der Pudding dicklich wird. Den fertigen Pudding in eine Schüssel umfüllen, direkt auf die Oberfläche Frischhaltefolie legen, damit sich keine Haut bildet, und vollständig abkühlen lassen. Für schnelleres Abkühlen kann die Schüssel in ein kaltes Wasserbad gestellt werden.

3.

Für die Streusel das Mehl mit dem Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel vermischen. Die kalte Butter in kleinen Würfeln hinzufügen. Mit den Fingerspitzen die Butter in die Mehlmischung einarbeiten, bis grobe Streusel entstehen. Die Butter sollte kalt sein, damit die Streusel schön krümelig werden. Die Streusel sollten unterschiedlich groß sein, von feinen Krümeln bis zu haselnussgroßen Stücken. Die fertigen Streusel bis zur Verwendung kühl stellen.

4.

Den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den aufgegangenen Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten und etwa einen Zentimeter dick ausrollen. Mit einer runden Ausstechform oder einem Glas mit etwa acht Zentimeter Durchmesser Kreise ausstechen. Die Teiglinge auf das vorbereitete Backblech legen und mit ausreichend Abstand zueinander platzieren, da sie beim Backen noch etwas aufgehen. Mit dem Daumen oder einem Esslöffel eine Mulde in die Mitte jedes Talers drücken. Diese Mulde nimmt später den Pudding auf.

5.

Den abgekühlten Pudding mit einem Löffel oder Spritzbeutel in die Mulden der Teiglinge füllen. Jede Mulde sollte gut gefüllt sein, aber der Pudding sollte nicht über den Rand laufen. Großzügig Streusel über den Pudding und den Teigrand streuen, sodass die gesamte Oberfläche bedeckt ist. Die Streusel leicht andrücken, damit sie beim Backen nicht herunterfallen. Die Streuseltaler im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene etwa 16 bis 18 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind und der Teig durchgebacken ist. Die Backzeit kann je nach Ofen leicht variieren. Nach dem Backen die Taler auf dem Blech etwa fünf Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter umsetzen.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Damit der Pudding beim Backen nicht überläuft, sollte er wirklich vollständig abgekühlt sein, bevor er auf die Teiglinge kommt. Ein Trick für besonders knusprige Streusel: die fertig gemischten Streusel für 15 Minuten ins Gefrierfach legen, bevor sie auf die Taler gestreut werden. Wer keine Ausstechform hat, kann auch ein Glas mit passendem Durchmesser verwenden. Für eine intensivere Vanillenote kann man dem Pudding das Mark einer halben Vanilleschote hinzufügen. Die Streuseltaler schmecken am besten noch leicht warm, können aber auch bei Raumtemperatur genossen werden. Reste lassen sich in einer luftdichten Dose zwei Tage aufbewahren und im Ofen bei 150 Grad für fünf Minuten wieder aufbacken.

Passende Getränke zu Streuseltaler mit Pudding

Zu diesen süßen Hefeteilchen passt am besten eine Tasse frisch gebrühter Kaffee oder Cappuccino. Die Bitternote des Kaffees bildet einen wunderbaren Kontrast zur Süße der Streusel. Auch schwarzer Tee, besonders Earl Grey oder Darjeeling, harmoniert hervorragend mit dem buttrigen Geschmack. Für Kinder oder Nicht-Kaffeetrinker eignet sich heiße Schokolade oder ein Glas kalte Milch perfekt. An warmen Tagen kann auch ein Eiskaffee oder Eistee eine erfrischende Begleitung sein. In Norddeutschland trinkt man traditionell gerne eine Tasse Ostfriesentee mit Sahne zu solchem Gebäck.

Zusätzliche Info

Die Geschichte der Streuseltaler reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als deutsche Bäcker begannen, klassische Hefeteilchen mit verschiedenen Füllungen zu experimentieren. Ursprünglich stammen Streusel aus Schlesien und verbreiteten sich von dort aus in ganz Deutschland. Die Kombination mit Pudding wurde besonders in den 1950er und 1960er Jahren populär, als Vanillepuddingpulver in deutschen Haushalten zum Standardprodukt wurde. In verschiedenen Regionen Deutschlands gibt es leicht unterschiedliche Varianten: manche Bäcker verwenden Butterstreusel, andere Zimtstreusel. In Süddeutschland findet man manchmal auch Versionen mit Apfelmus statt Pudding. Streuseltaler gehören zur Familie der „Teilchen“, einem Oberbegriff für kleine Gebäckstücke aus Hefeteig, die in Bäckereien und Konditoreien angeboten werden. Die perfekte Konsistenz der Streusel ist eine kleine Wissenschaft für sich: sie sollten beim Backen nicht zerlaufen, aber auch nicht zu trocken sein. Professionelle Konditoren verwenden oft spezielle Streuselrezepturen mit unterschiedlichen Mehltypen und Butterverhältnissen.

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