Kasseler mit Sauerkraut im Topf – saftig geschmort mit Apfel und Weißwein

Kasseler mit Sauerkraut im Topf – saftig geschmort mit Apfel und Weißwein

Das Kasseler mit Sauerkraut gehört zu den klassischen deutschen Schmorgerichten, die durch ihre Kombination aus herzhaftem Räucherfleisch und säuerlichem Kraut begeistern. In dieser traditionellen Zubereitung im Topf verbinden sich die kräftigen Aromen des geräucherten Schweinekamms mit der Frische von Äpfeln und der Eleganz von Weißwein zu einem harmonischen Ganzen. Die langsame Garmethode sorgt dafür, dass das Fleisch butterweich wird und sich die verschiedenen Geschmackskomponenten optimal entfalten können. Diese Schmorrezept – eine Garmethode bei niedriger Temperatur in Flüssigkeit – verwandelt einfache Zutaten in ein festliches Gericht, das sowohl an Sonntagen als auch zu besonderen Anlässen serviert werden kann.

20

90

mittel

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. vorbereitung der zutaten

Spülen Sie das Sauerkraut in einem Sieb unter kaltem Wasser ab und drücken Sie es gut aus. Dieser Schritt ist wichtig, um überschüssige Säure zu entfernen und einen milderen Geschmack zu erzielen. Schälen Sie die Zwiebeln und schneiden Sie sie in feine Ringe. Die Äpfel waschen, entkernen und in Spalten schneiden. Tupfen Sie das Kasseler mit Küchenpapier trocken, damit es später schön anbraten kann.

2. anbraten des fleisches

Erhitzen Sie die Butter in einem großen Schmortopf bei mittlerer Hitze. Sobald die Butter aufgeschäumt ist, legen Sie das Kasseler hinein und braten es von allen Seiten goldbraun an. Dieser Vorgang dauert etwa 8 bis 10 Minuten und ist entscheidend für die Entwicklung der Röstaromen – jene intensiven Geschmacksnoten, die durch die Bräunungsreaktion entstehen. Nehmen Sie das Fleisch anschließend aus dem Topf und legen Sie es beiseite.

3. zubereitung der gemüsebasis

Geben Sie die Zwiebelringe in den noch heißen Topf und braten Sie sie in den verbliebenen Bratfetten glasig an. Nach etwa 3 Minuten fügen Sie die Hälfte der Apfelstücke hinzu und lassen diese kurz mitbraten. Streuen Sie nun den Kümmel darüber und rühren Sie alles gut durch, damit sich die Gewürzaromen entfalten können.

4. schichten im topf

Verteilen Sie die Hälfte des ausgedrückten Sauerkrauts auf dem ZwiebelApfel-Gemisch im Topf. Legen Sie das angebratene Kasseler darauf und bedecken Sie es mit dem restlichen Sauerkraut. Verteilen Sie die übrigen Apfelspalten auf dem Kraut und fügen Sie die Wacholderbeeren sowie die Lorbeerblätter hinzu. Diese Schichtung sorgt dafür, dass das Fleisch während des Garens von allen Seiten von Aromen umgeben ist.

5. ablöschen und schmoren

Gießen Sie den Weißwein und die Gemüsebrühe über das geschichtete Gericht. Die Flüssigkeit sollte etwa zur Hälfte das Fleisch bedecken. Bringen Sie alles einmal zum Kochen, reduzieren Sie dann die Hitze auf die niedrigste Stufe und setzen Sie den Deckel auf den Topf. Lassen Sie das Gericht nun für etwa 90 Minuten sanft schmoren. Das Schmoren – eine Kombination aus Braten und Dünsten – macht das Fleisch besonders zart und saftig.

6. kontrollieren und wenden

Nach etwa 45 Minuten Garzeit öffnen Sie den Topf und wenden das Kasseler vorsichtig mit einer Fleischgabel. Prüfen Sie dabei, ob noch genügend Flüssigkeit vorhanden ist. Falls nötig, gießen Sie etwas Wasser oder zusätzliche Brühe nach. Dieser Schritt gewährleistet, dass nichts anbrennt und das Fleisch gleichmäßig gart.

7. finale würzung

Nehmen Sie nach der Garzeit das Kasseler aus dem Topf und legen Sie es auf ein Schneidebrett. Lassen Sie es kurz ruhen, damit sich die Fleischsäfte verteilen können. Schmecken Sie das Sauerkraut mit Salz und Pfeffer ab. Da das Kasseler bereits geräuchert und gesalzen ist, benötigen Sie meist nur wenig zusätzliches Salz. Entfernen Sie die Lorbeerblätter.

8. anrichten

Schneiden Sie das Kasseler in gleichmäßige Scheiben von etwa 1 Zentimeter Dicke. Verteilen Sie das geschmorte Sauerkraut auf vorgewärmten Tellern und legen Sie die Fleischscheiben darauf. Träufeln Sie etwas von der aromatischen Schmorflüssigkeit über das Fleisch. Die gebratenen Apfelstücke geben dem Gericht eine fruchtige Note und sollten sichtbar auf dem Teller platziert werden.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Wenn Sie das Sauerkraut besonders mild mögen, können Sie es vor der Zubereitung nicht nur abspülen, sondern auch für 10 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Für eine noch intensivere Apfelnote empfiehlt es sich, einen säuerlichen Apfel wie Boskop zu verwenden. Falls Sie keinen Weißwein zur Hand haben, funktioniert auch trockener Apfelsaft als Alternative, der dem Gericht eine fruchtige Süße verleiht. Das Gericht schmeckt übrigens am nächsten Tag noch besser, da die Aromen über Nacht weiter durchziehen können. Bewahren Sie es einfach im Kühlschrank auf und erwärmen Sie es vor dem Servieren langsam bei niedriger Temperatur.

passende getränke zum kasseler

Zu diesem herzhaften Schmorgericht passt hervorragend ein trockener Riesling aus dem Rheingau oder der Pfalz. Die fruchtige Säure des Weins harmoniert perfekt mit der Säure des Sauerkrauts und schneidet durch die Fülle des geräucherten Fleisches. Alternativ empfiehlt sich ein Grauburgunder, dessen weichere Art die Raucharomen des Kasselers unterstreicht. Für Bierliebhaber ist ein helles Lagerbier – ein untergäriges, mild gehopftes Bier – die ideale Begleitung, da es die deftigen Aromen nicht überdeckt, sondern ergänzt. Auch ein Apfelwein aus Hessen passt ausgezeichnet zu diesem traditionellen Gericht und unterstreicht die regionale Verbundenheit.

Zusätzliche Info

Das Kasseler, auch Kassler genannt, verdankt seinen Namen vermutlich dem Berliner Fleischermeister Cassel, der im 19. Jahrhundert diese besondere Art der Pökelung und Räucherung entwickelte. Das gepökelte und leicht geräucherte Schweinefleisch, meist aus dem Kamm oder der Rippe geschnitten, wurde schnell zu einem Klassiker der deutschen Küche. Die Kombination mit Sauerkraut hat eine lange Tradition in der deutschen Hausmannskost und vereint die konservierenden Techniken vergangener Zeiten mit modernem Geschmack. In verschiedenen Regionen Deutschlands wird das Gericht unterschiedlich zubereitet: Während in Norddeutschland oft Kartoffelpüree dazu serviert wird, bevorzugt man in Süddeutschland Semmelknödel als Beilage. Die Zugabe von Äpfeln und Weißwein ist eine verfeinerte Variante, die dem rustikalen Gericht eine elegante Note verleiht und es auch für festliche Anlässe geeignet macht. Das Schmoren als Garmethode war früher besonders wichtig, um auch zähere Fleischstücke genießbar zu machen, heute schätzt man diese Technik vor allem wegen der intensiven Aromaentwicklung.

Drucken

×
WhatsApp-Gruppe