Kartoffel-Gratin mal anders: Mit Feta und getrockneten Tomaten

Kartoffel-Gratin mal anders: Mit Feta und getrockneten Tomaten

In deutschen Küchen erlebt das klassische Kartoffelgratin derzeit eine Renaissance mit mediterranem Twist. Während traditionelle Varianten auf Sahne und Käse setzen, erobert eine neue Interpretation die Esstische: das Kartoffelgratin mit Feta und getrockneten Tomaten. Diese Kombination vereint die Cremigkeit deutscher Backofenklassiker mit der würzigen Frische griechischer und italienischer Aromen. Der salzige Feta harmoniert perfekt mit den süßlich-intensiven getrockneten Tomaten, während die Kartoffeln als neutrale Basis beide Geschmacksrichtungen verbinden. Diese moderne Variation beweist, dass Hausmannskost keineswegs langweilig sein muss und sich hervorragend für besondere Anlässe eignet.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Die Kartoffeln vorbereiten

Beginne damit, die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser zu waschen und mit einem Schäler zu schälen. Schneide sie anschließend in gleichmäßig dünne Scheiben von etwa 3 bis 4 Millimeter Dicke. Gleichmäßige Scheiben sind wichtig, damit alle Kartoffeln zur selben Zeit gar werden. Falls du eine Mandoline besitzt, nutze sie für perfekt gleichmäßige Ergebnisse. Lege die geschnittenen Kartoffelscheiben in eine Schüssel mit kaltem Wasser, damit sie nicht braun werden. Dies entfernt auch überschüssige Stärke und macht das Gratin später cremiger.

2. Die Aromabasis schaffen

Heize deinen Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vor. Schäle die Knoblauchzehen und presse sie durch eine Knoblauchpresse oder hacke sie sehr fein. In einer Schüssel vermischst du die Sahne mit der Milch, dem gehackten Knoblauch, Oregano und Thymian. Würze diese Mischung mit Salz und schwarzem Pfeffer. Diese Flüssigkeit wird die Kartoffeln während des Backens durchdringen und ihnen Geschmack verleihen. Rühre alles gut mit einem Schneebesen durch, damit sich die Gewürze gleichmäßig verteilen.

3. Die Auflaufform vorbereiten

Nimm eine mittelgroße Auflaufform und reibe sie großzügig mit Olivenöl ein. Du kannst auch eine Knoblauchzehe halbieren und die Form damit ausreiben, um zusätzliches Aroma zu schaffen. Dieser Schritt verhindert, dass die Kartoffeln am Boden ankleben und verleiht dem Gratin eine leicht knusprige Kruste am Rand.

4. Die getrockneten Tomaten vorbereiten

Nimm die getrockneten Tomaten aus dem Öl und tupfe sie mit Küchenpapier leicht ab, um überschüssiges Öl zu entfernen. Schneide sie in kleinere Stücke oder Streifen. Getrocknete Tomaten sind sonnengetrocknete oder ofengetrocknete Tomaten, die konzentrierten Geschmack besitzen. Das Öl, in dem sie eingelegt waren, kannst du aufbewahren und später für Salate oder zum Anbraten verwenden.

5. Den Feta zerbröseln

Zerbröckle den Feta-Käse mit den Händen oder einer Gabel in mittelgroße Stücke. Bewahre etwa ein Drittel des Fetas für die oberste Schicht auf. Der Feta sollte nicht zu fein zerbröselt werden, damit du beim Essen noch schöne Käsestücke findest. Dieser salzige griechische Käse wird beim Backen leicht weich, behält aber seine Struktur.

6. Das Gratin schichten

Jetzt kommt der kreative Teil: Trockne die Kartoffelscheiben mit einem Küchentuch ab. Lege eine erste Schicht Kartoffeln überlappend in die vorbereitete Form. Verteile darüber einige Tomatenstücke und Fetabrösel. Gieße etwas von der Sahne-Milch-Mischung darüber. Wiederhole diesen Vorgang, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Überlappend bedeutet, dass die Scheiben wie Dachziegel übereinander liegen. Die letzte Schicht sollte aus Kartoffeln bestehen. Gieße die restliche Flüssigkeit gleichmäßig über das gesamte Gratin und drücke die Kartoffeln vorsichtig nach unten, damit sie die Flüssigkeit gut aufnehmen können.

7. Die finale Schicht und das Backen

Verteile den restlichen Feta und die letzten Tomatenstücke auf der Oberfläche. Bestreue alles mit dem geriebenen Parmesan, der für eine goldene, knusprige Kruste sorgt. Decke die Form mit Alufolie ab und stelle sie in den vorgeheizten Ofen. Backe das Gratin für 40 Minuten abgedeckt. Die Alufolie verhindert, dass die Oberfläche zu schnell bräunt, während die Kartoffeln noch nicht gar sind. Nach 40 Minuten entferne die Folie und backe das Gratin weitere 15 Minuten, bis die Oberfläche goldbraun und leicht knusprig ist.

8. Die Garprobe durchführen

Um zu überprüfen, ob dein Gratin fertig ist, stich mit einem spitzen Messer oder einer Gabel in die Mitte. Die Kartoffeln sollten weich sein und keinen Widerstand mehr bieten. Falls sie noch zu fest sind, gib dem Gratin weitere 5 bis 10 Minuten im Ofen. Die Oberfläche sollte appetitlich gebräunt sein und an einigen Stellen kleine Bläschen werfen.

9. Ruhen lassen vor dem Servieren

Nimm die Auflaufform aus dem Ofen und lasse das Gratin etwa 10 Minuten ruhen, bevor du es anschneidest. Diese Ruhezeit ermöglicht es der Flüssigkeit, vollständig einzuziehen, und das Gratin wird schnittfester. Außerdem vermeidest du Verbrennungen, da das Gratin direkt aus dem Ofen extrem heiß ist. Du kannst in dieser Zeit bereits den Tisch decken und die Beilagen vorbereiten.

Helga Berkhof

Tipp vom Chefkoch

Für eine noch intensivere mediterrane Note kannst du schwarze Oliven in Scheiben schneiden und zwischen den Kartoffelschichten verteilen. Wenn du möchtest, dass dein Gratin noch cremiger wird, erhöhe den Sahneanteil und reduziere die Milch entsprechend. Ein kleiner Trick für eine besonders knusprige Kruste: Bestreiche die oberste Kartoffelschicht vor dem letzten Backvorgang dünn mit etwas Olivenöl. Falls dein Gratin zu schnell bräunt, decke es wieder mit Alufolie ab. Du kannst die getrockneten Tomaten auch durch halbgetrocknete Tomaten ersetzen, die saftiger sind und einen milderen Geschmack haben.

Passende Weinbegleitung

Zu diesem mediterranen Kartoffelgratin empfiehlt sich ein trockener Weißwein mit guter Säure, der die Cremigkeit des Gerichts ausbalanciert. Ein griechischer Assyrtiko von Santorin harmoniert perfekt mit dem Feta und greift die mediterrane Herkunft auf. Assyrtiko ist eine griechische Rebsorte, die mineralische und zitrusartige Noten besitzt. Alternativ passt auch ein italienischer Vermentino oder ein französischer Côtes du Rhône Blanc hervorragend. Wer Rotwein bevorzugt, sollte zu einem leichten, fruchtigen Pinot Noir greifen, der nicht zu tanninhaltig ist und die Tomatennoten unterstreicht. Für Nicht-Weintrinker ist ein gekühlter Kräutertee mit Zitrone oder ein spritziges Mineralwasser mit einem Schuss Zitronensaft eine erfrischende Begleitung.

Zusätzliche Info

Das Kartoffelgratin, in Frankreich als gratin dauphinois bekannt, stammt ursprünglich aus der Region Dauphiné und wurde erstmals 1788 offiziell dokumentiert. Die klassische französische Version verzichtet auf Käse und setzt ausschließlich auf Sahne, Milch und Knoblauch. Die hier vorgestellte Variante verbindet deutsche Gratinkultur mit griechischen und italienischen Einflüssen. Feta-Käse wird seit Jahrtausenden in Griechenland hergestellt und traditionell aus Schafs- oder Ziegenmilch produziert. Getrocknete Tomaten haben ihre Wurzeln in Süditalien, wo Bauern überschüssige Tomaten in der Sonne konservierten. Diese Zubereitungsmethode intensiviert den Umami-Geschmack der Tomaten. Umami ist der fünfte Geschmackssinn neben süß, sauer, salzig und bitter und bedeutet herzhaft oder würzig. In der modernen Fusionsküche werden solche Kombinationen immer beliebter, da sie vertraute Gerichte neu interpretieren und verschiedene kulinarische Traditionen respektvoll vereinen.

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