Die amerikanische mac and cheese hat längst die Herzen von Genießern weltweit erobert. Doch was passiert, wenn dieser cremige Klassiker auf deutsche Käsetraditionen trifft? Genau dieser kulinarischen Frage widmen wir uns heute mit einer Ofenvariante, die das Beste beider Welten vereint. Während die ursprüngliche Version meist mit Cheddar zubereitet wird, bringen wir kräftigen Emmentaler und würzigen Bergkäse ins Spiel. Das Ergebnis ist ein herzhaftes Nudelgericht mit goldbrauner Käsekruste, das sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistert. Diese Variante überzeugt durch ihre Vielseitigkeit: Sie eignet sich perfekt als Hauptgericht für ein gemütliches Abendessen oder als beliebte Beilage bei Familienfeiern. Die Zubereitung im Ofen sorgt für eine besonders knusprige Oberfläche, während das Innere herrlich cremig bleibt.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Nudeln vorbereiten
Bringt zunächst einen großen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen. Gebt die Makkaroni hinein und kocht sie etwa 2 Minuten kürzer als auf der Packung angegeben. Diese Technik nennt man al dente, was bedeutet, dass die Nudeln noch einen leichten Biss haben. Das ist wichtig, denn sie garen später im Ofen weiter. Gießt die Nudeln durch ein Sieb ab und stellt sie beiseite. Bewahrt etwa 100 ml vom Nudelwasser auf, falls die Käsesauce später zu dick werden sollte.
2. Käsesauce zubereiten
Schmelzt die Butter in einem mittelgroßen Topf bei mittlerer Hitze. Sobald sie vollständig geschmolzen ist, gebt das Mehl hinzu und rührt mit einem Schneebesen kräftig um. Diese Mischung nennt man Mehlschwitze oder Roux, sie dient als Basis für die cremige Konsistenz. Lasst die Mehlschwitze etwa 2 Minuten unter ständigem Rühren anschwitzen, damit der mehlige Geschmack verschwindet. Achtet darauf, dass sie nicht braun wird.
3. Milch einarbeiten
Gießt nun die Milch in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren zur Mehlschwitze. Dieser Schritt erfordert etwas Geduld und kontinuierliches Rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Erhöht die Temperatur leicht und lasst die Sauce unter gelegentlichem Rühren etwa 5 bis 7 Minuten köcheln, bis sie merklich eindickt und eine sämige Konsistenz erreicht. Die Sauce sollte einen Holzlöffel leicht überziehen können.
4. Käse einrühren
Nehmt den Topf vom Herd und gebt etwa zwei Drittel des geriebenen Käses hinzu. Verwendet dafür den Emmentaler, den Bergkäse und die Hälfte des Cheddars. Rührt kräftig, bis der Käse vollständig geschmolzen ist und sich mit der Sauce verbunden hat. Würzt die Käsesauce jetzt mit Muskatnuss, Paprikapulver, Senf, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer. Der Senf verleiht der Sauce eine angenehme Schärfe und hebt die Käsearomen hervor. Schmeckt ab und passt die Würzung nach eurem Geschmack an.
5. Nudeln und Sauce vereinen
Gebt die abgetropften Nudeln zur Käsesauce und vermengt alles gründlich. Jede Nudel sollte großzügig mit der cremigen Sauce ummantelt sein. Falls die Mischung zu dick erscheint, fügt etwas vom aufbewahrten Nudelwasser hinzu. Fettet eine Auflaufform leicht ein und füllt die Nudel-Käse-Mischung hinein. Verteilt sie gleichmäßig in der Form.
6. Kruste vorbereiten
Vermischt in einer kleinen Schüssel die Semmelbrösel mit dem Olivenöl, bis sie gleichmäßig befeuchtet sind. Fügt den restlichen geriebenen Käse hinzu und vermengt alles. Diese Mischung wird später für die knusprige, goldbraune Oberfläche sorgen. Streut die Brösel-Käse-Mischung gleichmäßig über die Nudeln in der Auflaufform.
7. Im Ofen backen
Heizt den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober-/Unterhitze vor. Stellt die Auflaufform auf die mittlere Schiene und backt die Käse-Makkaroni etwa 25 bis 30 Minuten. Die Oberfläche sollte goldbraun und knusprig sein, während es an den Rändern leicht blubbert. Falls die Kruste zu schnell bräunt, deckt die Form mit Alufolie ab. Lasst das Gericht nach dem Backen etwa 5 Minuten ruhen, bevor ihr es serviert. So kann die Sauce etwas anziehen und die Konsistenz wird perfekt.
Tipp vom Chefkoch
Für eine noch intensivere Käsenote könnt ihr verschiedene Käsesorten kombinieren. Gouda, Gruyère oder sogar ein würziger Appenzeller passen hervorragend. Experimentiert mit den Verhältnissen, bis ihr eure persönliche Lieblingskombination gefunden habt. Wer es herzhafter mag, kann auch geräucherten Käse verwenden oder knusprig gebratene Speckwürfel unter die Nudeln mischen. Ein weiterer Tipp: Bereitet die Käse-Makkaroni am Vortag vor und bewahrt sie abgedeckt im Kühlschrank auf. Am nächsten Tag einfach 10 Minuten länger backen. Das Gericht schmeckt sogar noch besser, da die Aromen Zeit hatten, sich zu entfalten.
Passende Getränke zum Käse-Auflauf
Zu diesem herzhaften Käsegericht empfiehlt sich ein frischer, nicht zu schwerer Weißwein. Ein Grauburgunder aus Baden oder ein Silvaner aus Franken harmonieren wunderbar mit den kräftigen Käsearomen. Die leichte Säure des Weins schneidet durch die Cremigkeit der Sauce und erfrischt den Gaumen zwischen den Bissen. Wer Rotwein bevorzugt, kann zu einem leichten Spätburgunder greifen. Für alle, die lieber alkoholfrei bleiben möchten, passt ein Apfelsaft-Schorle oder ein helles Bier ausgezeichnet zum deftigen Charakter des Gerichts.
Zusätzliche Info
Die Geschichte der macaroni and cheese reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Thomas Jefferson, dritter Präsident der Vereinigten Staaten, brachte das Rezept aus Italien mit und machte es in Amerika populär. Ursprünglich war das Gericht eine Delikatesse der gehobenen Gesellschaft. Erst durch die industrielle Produktion von Fertigmischungen in den 1930er Jahren wurde es zum Alltagsgericht amerikanischer Familien.
Die deutsche Interpretation mit Bergkäse und Emmentaler verleiht dem Klassiker eine alpine Note. Diese Käsesorten bringen eine nussige, würzige Komponente ein, die sich deutlich vom milderen amerikanischen Cheddar unterscheidet. Der Bergkäse stammt traditionell aus den Alpenregionen und reift mehrere Monate, was ihm seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Emmentaler, der Schweizer Käse mit den typischen Löchern, fügt eine leicht süßliche Note hinzu.
Interessanterweise gibt es auch in anderen europäischen Ländern ähnliche Gerichte. In der Schweiz kennt man Älplermagronen, eine Kombination aus Makkaroni, Käse, Kartoffeln und Zwiebeln. In Frankreich findet man Gratin de macaroni, oft mit Béchamelsauce und Gruyère zubereitet.



