In Zeiten, in denen pflanzliche Ernährung immer mehr Anhänger findet, suchen Hobbyköche nach überzeugenden Alternativen zu klassischen Fleischgerichten. Das panierte Kohlrabi-Schnitzel erobert derzeit die Küchen und überzeugt selbst eingefleischte Schnitzel-Fans. Der milde, leicht nussige Geschmack des Kohlrabis harmoniert perfekt mit der knusprigen Panade und erinnert an das Original, ohne dabei schwer im Magen zu liegen.
Diese vegetarische Variante punktet nicht nur geschmacklich, sondern auch ernährungsphysiologisch: Kohlrabi liefert reichlich Vitamin C, Kalium und Ballaststoffe bei gleichzeitig wenigen Kalorien. Die Zubereitung erfordert etwas Geduld beim Schneiden, doch das Ergebnis rechtfertigt jeden Handgriff. Mit der richtigen Technik gelingt eine goldbraune, knusprige Hülle, die dem Gemüse eine völlig neue Dimension verleiht.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Kohlrabi vorbereiten
Schäle die Kohlrabi gründlich mit einem Sparschäler, bis die holzige äußere Schicht vollständig entfernt ist. Schneide dann mit einem scharfen Messer die Knollen in etwa 1 cm dicke Scheiben. Achte darauf, dass alle Scheiben möglichst gleichmäßig dick sind, damit sie später gleichmäßig garen. Du solltest aus beiden Knollen etwa 8 bis 10 schöne Scheiben erhalten.
2. Kohlrabischeiben weich kochen
Bringe in einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen. Gib die Kohlrabischeiben hinein und lasse sie bei mittlerer Hitze etwa 8 bis 10 Minuten köcheln, bis sie bissfest sind. Sie sollten sich mit einer Gabel einstechen lassen, aber noch nicht auseinanderfallen. Gieße das Wasser ab und lasse die Scheiben auf Küchenpapier gut abtropfen und vollständig abkühlen.
3. Scheiben plattieren
Lege die abgekühlten Kohlrabischeiben zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder Backpapier. Klopfe sie vorsichtig mit einem Fleischklopfer oder dem Boden einer schweren Pfanne etwas flacher, etwa auf 0,7 cm Dicke. Dieser Schritt sorgt für eine gleichmäßigere Struktur und eine bessere Panadenhaftung. Sei behutsam, damit die Scheiben nicht brechen.
4. Panierstraße vorbereiten
Richte drei tiefe Teller nebeneinander auf. In den ersten Teller gibst du das Mehl, vermischt mit einer Prise Salz. In den zweiten Teller schlägst du die Eier auf und verquirlst sie gründlich mit einer Gabel. In den dritten Teller füllst du die Semmelbrösel und vermischst sie mit Paprikapulver, Knoblauchpulver, Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Diese Gewürzmischung verleiht der Panade eine wunderbare Würze.
5. Kohlrabischeiben panieren
Wende nun jede Kohlrabischeibe zunächst im Mehl, sodass sie komplett bedeckt ist. Klopfe überschüssiges Mehl ab. Ziehe die Scheibe dann durch das verquirlte Ei und lasse überschüssiges Ei abtropfen. Zum Schluss wende sie in den gewürzten Semmelbröseln und drücke die Panade leicht an, damit sie gut haftet. Lege die panierten Scheiben auf einen Teller und wiederhole den Vorgang mit allen Scheiben.
6. Schnitzel ausbacken
Erhitze in einer großen beschichteten Pfanne etwa 1 cm hoch Pflanzenöl bei mittlerer bis hoher Hitze. Das Öl ist heiß genug, wenn kleine Bläschen aufsteigen, sobald du einen Holzlöffelstiel hineinhältst. Lege vorsichtig 2 bis 3 panierte Kohlrabischeiben in die Pfanne, ohne sie zu überladen. Brate sie etwa 3 bis 4 Minuten pro Seite goldbraun und knusprig. Wende sie nur einmal, damit die Panade nicht aufweicht.
7. Abtropfen und warmhalten
Hebe die fertigen Schnitzel mit einem Bratenwender aus der Pfanne und lege sie auf mehrere Lagen Küchenpapier, um überschüssiges Fett aufzusaugen. Halte die fertigen Schnitzel im auf 80 Grad vorgeheizten Backofen warm, während du die restlichen Scheiben brätst. Achte darauf, dass das Öl zwischen den Bratdurchgängen wieder die richtige Temperatur erreicht.
8. Servieren
Richte die knusprigen Kohlrabi-Schnitzel auf vorgewärmten Tellern an. Garniere sie mit Zitronenschnitzen, die beim Beträufeln eine frische Säurenote hinzufügen. Serviere sie sofort, solange die Panade noch schön knusprig ist. Als Beilagen eignen sich Kartoffelsalat, Petersilienkartoffeln oder ein frischer grüner Salat besonders gut.
Tipp vom Chefkoch
Für eine noch knusprigere Panade kannst du die Semmelbrösel mit etwas geriebenem Parmesan mischen. Das verleiht zusätzlichen Geschmack und eine goldene Farbe. Wenn du die Schnitzel im Voraus vorbereiten möchtest, kannst du sie paniert bis zu 2 Stunden im Kühlschrank aufbewahren. Lasse sie vor dem Braten etwa 10 Minuten bei Raumtemperatur stehen. Verwende neutrales Öl wie Sonnenblumen- oder Rapsöl zum Braten, da es höhere Temperaturen verträgt als Olivenöl. Teste die Öltemperatur immer, bevor du die Schnitzel hineingibst, um ein Durchweichen der Panade zu vermeiden.
Die perfekten Weinbegleiter
Zu diesem knusprigen Kohlrabi-Schnitzel empfiehlt sich ein frischer Grüner Veltliner aus Österreich, dessen pfeffrige Note und lebendige Säure perfekt mit der würzigen Panade harmonieren. Alternativ passt ein trockener Riesling aus Deutschland hervorragend, dessen mineralische Frische das milde Gemüse unterstreicht, ohne es zu überdecken.
Für Liebhaber von Rotwein bietet sich ein leichter Spätburgunder an, der nicht zu dominant auftritt. Wer alkoholfreie Alternativen bevorzugt, greift zu einem hausgemachten Holunderblütensirup mit Mineralwasser oder einem gekühlten Kräutertee mit Zitrone.
Zusätzliche Info
Das Kohlrabi-Schnitzel hat seine Wurzeln in der modernen vegetarischen Küche, die traditionelle Fleischgerichte neu interpretiert. Während das klassische Wiener Schnitzel aus Kalbfleisch seit dem 19. Jahrhundert die österreichische Küche prägt, entwickelte sich die vegetarische Variante erst in den letzten Jahrzehnten.
Kohlrabi selbst stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa populär. Deutschland und Österreich gelten heute als Hauptanbaugebiete. Die Knolle wird im deutschsprachigen Raum besonders geschätzt, während sie in vielen anderen Ländern kaum bekannt ist. Der Name setzt sich zusammen aus Kohl und Rabi, was vom lateinischen caulis rapa für Kohlrübe abstammt.
Die panierte Variante vereint die Tradition der Wiener Küche mit modernen Ernährungstrends. Sie zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig Gemüse zubereitet werden kann und dass vegetarische Gerichte keineswegs Verzicht bedeuten müssen. In vegetarischen Restaurants und privaten Küchen hat sich diese Zubereitung mittlerweile fest etabliert.



